Sport : Mehr Offensive

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Stefan Hermanns über das erfolgreiche Modell Real Madrid

Es ist nicht bekannt, wie Uli Hoeneß den Dienstagabend verbracht hat. Aber man kann sich gut vorstellen, dass der Manager von Bayern München ein wenig schadenfroh vor dem Fernseher saß, als Real Madrid aus der Champions League ausgeschieden ist. Real gilt ihm als Gegenentwurf zu den eigenen Prinzipien, noch größer wäre daher der Triumph gewesen, wenn die Bayern nicht schon eine Runde zuvor aus dem Wettbewerb geschieden wären. Dummerweise gegen Real. Trotzdem kann sich Hoeneß nun in seiner Ansicht bestätigt fühlen, dass Real längst kein seriöser Fußballverein mehr ist (wie sein inzwischen leider ein wenig erfolgloser FC Bayern).

Bei Reals 1:3 in Monaco jedenfalls scheinen sich all die Ansichten bestätigt zu haben, die seit Jahren über den Klub verbreitet werden: dass Erfolg nicht käuflich zu erwerben ist, dass Spiele nicht vorn gewonnen werden, sondern in der Defensive, und dass Real dies nicht gelingt, weil die Abwehr nicht besser ist als die von, sagen wir, Hertha BSC. Alles falsch. Real ist nicht ausgeschieden, weil die Mannschaft ein Tor zu viel kassiert, sondern weil sie eines zu wenig geschossen hat.

Man kann nur hoffen, dass Reals Führung das auch so sieht und jetzt nicht viel Geld für einen Abwehrspieler ausgibt. Was Real zurzeit vor allem braucht, um Real zu bleiben, sind gute Stürmer. Alles andere ist Bayern.

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