Sport : Mehr Recht für alle

Benedikt Voigt begrüßt die Einführung des Deutschen Sportschiedsgerichts

Benedikt Voigt

Es hat immer einen schlechten Beigeschmack, wenn jemand über einen Fall Recht sprechen soll, in den er irgendwie verwickelt ist. Jahrelang haben es Deutschlands Sportverbände so gehalten, haben Doping- und Regelstreitfälle mit der eigenen Sportgerichtsbarkeit entschieden. Natürlich haben die Verbände erfahrene Juristen ans Werk gesetzt, natürlich haben diese sich bemüht, sich nicht von Verbandsinteressen beeinflussen zu lassen. Trotzdem blieb ein Makel, weshalb der Deutsche Leichtathletik-Verband die heikelsten Streitfälle wie den Dopingfall Dieter Baumann lieber gleich beim damaligen Deutschen Sportbund verhandeln ließ. In Zukunft muss er das nicht mehr machen.

Vom 1. Januar 2008 an können Streitigkeiten vor dem neuen Deutschen Sportschiedsgericht ausgetragen werden. Die Einführung dieser Instanz ist ein guter, aber auch überfälliger Schritt für den deutschen Sport, zumal sich das Internationale Sportschiedsgericht Cas längst etabliert hat. Das deutsche Sportschiedsgericht bringt nicht nur neutralere Urteile, sondern auch eine Entlastung für die Verbände und eine Einheitlichkeit der Strafen. Bisher haben die einzelnen Verbände für das gleiche Dopingvergehen unterschiedliche Strafen aussprechen können. Und noch einen Vorteil hat die neue Instanz: Die Urteile werden auch vor ordentlichen Gerichten eher Bestand haben. Von Januar 2008 an wird es also noch gerechter im deutschen Sport zugehen – vorausgesetzt, die deutschen Sportverbände unterwerfen sich auch der neuen Gerichtsbarkeit. Was nicht nur wünschenswert ist, sondern angesichts der durch das Doping angeschlagenen Glaubwürdigkeit des Sports dringend erforderlich.

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