Sport : „Mehr Zuschauer als früher“

Rad-Manager Ganser über die Zukunft seines Teams

Herr Ganser, sind Sie mit der Saison Ihres Teams zufrieden?

Ich bin sehr zufrieden. Wir sind ein kleines Team und hatten viele schöne Erfolge. Und keinen Dopingfall (lacht).

Wie lange ist denn die Zukunft Ihrer Mannschaft noch gesichert?

Für ein Jahr. Wir haben jetzt alles angemeldet und freuen uns, dabei zu sein. Wir denken nur von einem Jahr zum anderen. Die Entscheidung für die nächste Saison fällt immer im Sommer.

Befürchten Sie, dass der Rückzug des größten deutschen Sponsors Telekom auch Auswirkungen auf Ihre Mannschaft hat?

Das ist natürlich negativ für das allgemeine Umfeld. Besonders prekär ist, dass sich T-Mobile nach und nach insgesamt aus dem Radsport zurückziehen will. Sie unterstützen auch an der Basis wirklich viele Veranstaltungen.

Welche Bedeutung hatte Telekom für den deutschen Radsport?

Wenn man die Leute fragt, was Radsport in Deutschland ist, werden die allermeisten T-Mobile und Jan Ullrich antworten.

Wie sieht es denn bei Ihren Rennen aus?

Wir haben bei manchen Rennen sogar mehr Zuschauer als früher. Es gibt auch Plakate, die sich mit Doping auseinandersetzen – das ist gut. Doping ist aber ein großes Problem des Sports und der Gesellschaft. Über kurz oder lang werden auch andere Sportarten in den Strudel geraten.

Wie kann sich der Radsport verbessern?

Stellen Sie sich vor, bei der nächsten Tour de France fährt ein junger deutscher Fahrer vom Team Gerolsteiner, der sich auch noch gut verkaufen lässt, im Gelben Trikot nach Paris. Dann könnte sich alles schnell wieder ändern. Obwohl ich es mir wünsche, wird das wohl nicht passieren.


Die Fragen stellte Mathias Klappenbach.

Markus Ganser, 35, ist Teamchef bei der drittklassigen deutschen Mannschaft Team Regiostrom-Senges. Er ist als Fahrer zweimaliger Landesmeister Nordrhein-Westfalens.

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