• Mehrmals in der vergangenen Saison: Bild eines Serienmörders in Hannovers Stadion gezeigt

Mehrmals in der vergangenen Saison : Bild eines Serienmörders in Hannovers Stadion gezeigt

Eine Fahne mit dem Bild des Serienmörders Fritz Haarmann wurde im Stadion von Hannover 96 geschwenkt - mehrmals in der vergangenen Saison. Das sei "inakzeptabel", sagt Vereinspräsident Martin Kind nun. Zur Frage aber, was man gegen die Fahnenschwenker unternommen habe, gibt man sich eher zugeknöpft.

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Mehrmals in der vergangenen Saison schwenkten vermeintliche Fans im Stadion von Hannover 96 eine Fahne mit dem Bild Fritz Haarmanns. Das bestätigte ein Sprecher des Klubs am Donnerstag dem Tagesspiegel. Der Serienmörder Haarmann brachte in den 1920er Jahren in Hannover mindestens 24 Menschen um und wurde dafür 1924 zum Tode verurteilt.

"Inakzeptabel" nannte Martin Kind die Vorfälle am Donnerstag. Zur Frage allerdings, was der Klub in der vergangenen Saison unternommen habe, gibt man sich in Hannover eher zugeknöpft. Es habe "Dialoge" gegeben, sagte ein Vereinssprecher, zu genaueren Auskünften war er nicht bereit. Die Fahne wurde dem Klub zufolge im Oberrang der Nordtribüne gezeigt - dort, wo auch Hannovers Ultras beheimatet sind.

Am Donnerstagabend tritt Hannover im Europapokal zu Hause gegen Wroclaw an - ein "Hochsicherheitsspiel", wie der Klubsprecher betont. Man habe "Erkenntnisse" und gehe deshalb davon aus, dass die Fahne heute Abend nicht noch einmal im Stadion gezeigt werde. Welche Erkenntnisse dies sind, wollte er nicht ausführen. Man sei auf den heutigen Abend "sehr gut vorbereitet".

Zwar verurteilte Vereinspräsident Martin Kind das Schwenken der Fahne am Donnerstag. Manche Kenner der Hannoveraner Fußballszene allerdings wundern sich über dieses Statement. Haarmann genieße in Hannover einen Status als Ikone, führen sie ins Feld - und können am Zeigen seines Abbildes wenig Verwerfliches finden.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass ein 27 Jahre alter Mann im Spiel zwischen Dortmund und Bremen ein Plakat mit rechtsextremem Aufdruck gezeigt haben soll. Die Polizei ermittelt, der Verein positioniert sich klar gegen Rechts.

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