Sport : Mein Freund, der Drogenboss Ermittlungen gegen Lionel Messis Vater

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Berlin - Amigos de Messi, Freunde von Messi, heißen die Freundschaftsspiele, bei denen Lionel Messi und andere bekannte Fußballer gegeneinander antreten. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltungsreihe der „Fundación Leo Messi“, der Stiftung des amtierenden Weltfußballers. Gespielt wird für einen guten Zweck. Die Spiele haben Showcharakter, es fallen viele Tore, dazu wird gedribbelt und getrickst. Letzteres, so verdichten sich die Anzeichen, wohl nicht nur auf dem Rasen.

Wie die Zeitung „El Mundo“ berichtete, ermittelt die spanische Polizeieinheit Guardia Civil gegen Jorge Messi, den Vater des Fußballers, wegen des Verdachts der Geldwäsche. Jorge Messi soll Kontakt zu südamerikanischen Drogenbossen hergestellt und dabei geholfen haben, deren Einnahmen zu waschen. So sollen Scheintickets zu üppigen Preisen für die „Amigos de Messi“-Spiele verkauft worden sein, die in der Realität gar nicht existierten. Plätze in der „Reihe 0“ etwa. Neben den Wohltätigkeitsspielen soll Geld bei Rockkonzerten in Spanien gewaschen worden sein, an denen bekannte Fußballer des FC Barcelona teilnahmen. Lionels Mitspieler Dani Alves, Javier Mascherano und José Pinto sollen in dieser Angelegenheit von der Guardia Civil bereits vernommen worden sein. Es heißt, Jorge Messi habe für seine Vermittlerrolle zwischen zehn und zwanzig Prozent des Drogengeldes erhalten.

Die Familie Messi wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern und kündigte eine spätere Stellungnahme an. Im Umfeld des Weltfußballers wird von einer Kampagne gesprochen, die zum Ziel hat, sein Ansehen zu beschmutzen.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Jorge Messi, der sich um die finanziellen Angelegenheiten seines Sohnes kümmert, Ärger mit den Behörden hat. Vor wenigen Monaten wurden die Messis der Steuerhinterziehung bezichtigt. In den Jahren 2007, 2008 und 2009 sollen sie dem spanischen Staat gut vier Millionen Euro an Steuern vorenthalten haben. Lionel Messi, dessen Jahreseinkommen um die 20 Millionen Euro beträgt, einigte sich mit den Behörden auf eine Rückzahlung von fünf Millionen, um einem Strafverfahren zu entgehen. Sebastian Stier

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