Sport : „Mein Handschlag war spontan“

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Herr Fröhlich, Sie haben in München Ihre Entscheidung korrigiert. Dürfen Sie das?

Aber ja, generell kann ein Schiedsrichter seine Entscheidung auf dem Feld korrigieren, so lange das Spiel nicht wieder fortgesetzt wird.

In der 38. Spielminute haben Sie Münchens Ballack die GelbRote Karte gezeigt, obwohl Schweinsteiger das Foul begangen hatte. Nach diesem Irrtum gaben Sie Ballack die Hand, warum diese Geste?

Das war eine Geste des Aus-der-Welt-schaffens. Zunächst hatte ich Ballack für den Übeltäter gehalten. Wie sollte ich das reparieren? Ich kann ihm ja nicht eine grüne Karte zeigen. Der Handschlag war eine spontane Idee.

Letzte Woche bekam der Berliner Madlung irrtümlich Rot. Hat Sie dieser Fehler am Samstag beeinflusst?

Meine Geste hatte weder mit den Dingen der Vorwoche noch mit der Person Ballack zu tun. Sie diente ausschließlich der Auflösung des Missverständnisses. Am besten wäre es gewesen, gleich den richtigen Spieler zu verwarnen.

Wann kamen Ihnen erste Zweifel?

Der Spieler Schweinsteiger kam auf mich zu und sagte, er und nicht Ballack sei es gewesen. Gleich danach intervenierten mein Assistent und der vierte Mann. Sie machten mich dezent, aber wirkungsvoll auf die Verwechslung aufmerksam.

Hätten Sie Ihre Entscheidung auch dann korrigiert, wenn nur der Spieler Schweinsteiger interveniert hätte?

Das ist nur eine Mutmaßung: Ich wusste, dass Schweinsteiger verwickelt war. Er hat die Rückennummer 31, Ballack die 13. Die inneren Zweifel an meiner ersten Entscheidung wären sehr groß gewesen.

Die Fragen stellte Michael Rosentritt

Lutz Michael Fröhlich (47) war acht Jahre lang Fifa-Schiedsrichter und pfiff in der J-League Japan. Der Berliner Kommunikationswirt leitete am Samstag sein 189. Bundesligaspiel.

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