Sport : Mein Spielzeug, der Trainer

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Wer viel Geld besitzt, kann sich alles kaufen. Auch Erfolg. Bleibt der Erfolg trotz millionenschwerer Investitionen aus, kann nur einer schuld sein: der Trainer. Davon scheinen jedenfalls viele Teambesitzer im englischen Fußball überzeugt zu sein. Anders sind die vielen Trainerentlassungen in dieser Saison nicht zu erklären. Ein Viertel der Trainer der Premier League mussten bereits vorzeitig gehen, in Person von Malky Mackay könnte demnächst ein weiterer folgen. Cardiffs Besitzer, der asiatische Geschäftsmann Vincent Tan, hat Mackay schon mal geraten, lieber von sich aus zurückzutreten und somit seiner Entlassung zuvorzukommen. Es ist nur konsequent, dass die Organisation der Profi-Trainer diese Zustände anprangert und versucht, auf die widrigen Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.

Investoren und fachferne Entscheidungsträger gehören zu den Begleitumständen im Fußballgeschäft der Gegenwart. Ihre Ungeduld degradiert die Trainer, lässt sie austauschbar und nichtig erscheinen. In dieser Betrachtungsweise liegt der größte Fehler, den Eigentümer begehen können. Dabei zeigt gerade die jüngere Geschichte des englischen Fußballs, dass Erfolg auf langfristiger Arbeit beruht. Sir Alex Ferguson, Rafael Benitez oder Arsene Wenger bekamen in Manchester, Liverpool und beim FC Arsenal viel Zeit, um Teams aufzubauen und zu formen. In wenigen Monaten geht das nicht. Ferguson ist seit einem halben Jahr kein Trainer mehr. Für manchen Besitzer anscheinend lange genug, um zu vergessen, was man mit Geduld erreichen kann.

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