Sport : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Patrik Andersson, Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft und früher bei Bayern München.

Ich erinnere mich noch genau daran, es war zur WM 1982 in Spanien. Die erste Weltmeisterschaft, die ich bewusst im Fernsehen miterlebt habe. Wie viele kleine Jungs fand ich die Stürmer am besten. Ich habe als Jugendspieler selbst immer vorne gespielt und bin erst viel später zum Abwehrspieler geworden. Damals wurden die Italiener mit ihrem Mittelstürmer Paolo Rossi Weltmeister. Ein Hattrick gegen Brasilien, und beim 3:1 Finalsieg gegen Deutschland hat Rossi dann wieder entscheidend getroffen.

Ich weiß noch, wie ich mir die Kassette mit seinen Toren besorgt habe – Video war damals in Schweden noch etwas ganz Besonderes. Sechs Treffer in einem Turnier, er war phantastisch! Solche Spieler kannst du nie ganz ausschalten. Roque Santa Cruz, mein ehemaliger Kollege bei den Bayern, ist auch so ein Typ. Erst kürzlich haben wir in einem WM-Vorbereitungsspiel gegeneinander gespielt. Roque traf, und wir haben 1:2 gegen Paraguay verloren. Es war mein erstes Spiel nach einer mehrmonatigen Verletzungspause. Und ich sah ganz schön alt gegen ihn aus. Roque ist in diesem Jahr noch stärker geworden. Technisch feinen Stürmern wie ihm gehört die Zukunft. Er könnte ein zukünftiger WM-Held werden. So wie der quirlige Paolo Rossi damals für mich.

Was unsere eigenen Chancen dieses Jahr angeht, bin ich trotz allem optimistisch. Klar, unsere Gruppe ist sehr schwer. Aber immerhin haben wir gegen England jetzt wieder nicht verloren. Zum zehnten Mal hintereinander. Wir müssen uns weiter auf unsere eigenen Stärken besinnen.

Aufgezeichnet von Wolfram Eilenberger.

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