Sport : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker, Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Langstreckenläufer Haile Gebrselassie über Diego Maradona.

Heute würde ich sagen, der Senegalese El Hadj Diouf ist mein Lieblingsspieler. Die Afrikaner sind im Kommen, und der Senegal hat eine tolle Mannschaft. Ich drücke ihr die Daumen und sehe mir deren Spiele an. Früher hieß mein WM-Held Diego Maradona. Er war ein Ausnahmespieler, einer, der sein Tor auch noch gleich vorbereiten konnte. Ohne Hilfe seiner Mitspieler schoss er Tore. Er schnappte sich den Ball, rannte über das Spielfeld, umkurvte seine Gegenspieler und traf. Ich habe seine großen Spiele als Kind im Fernsehen gesehen.

Das war gar nicht so einfach für mich, eine WM im Fernsehen zu sehen. Ich habe in Äthiopien auf dem Land gelebt, 175 Kilometer entfernt von Addis Abeba. In der Stadt in unserer Nähe gab es vielleicht zehn Fernsehgeräte. Das nächste Gerät war 10 Kilometer entfernt. Wir sind hin- und zurückgelaufen, um die Spiele zu sehen. Als die WM 1982 in Spanien stattfand, war ich neun Jahre alt. Da die Zeitverschiebung zu Äthiopien zwei Stunden beträgt, waren wir waren die ganze Nacht unterwegs. Wir hatten so gut wie keine Zeit mehr zum Schlafen.

Aufgezeichnet von Jörg Wenig.

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