Sport : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Alexander Duszat alias Elton, einst Showpraktikant von Stefan Raab, jetzt Moderator von Elton-TV.

Als Kind bin ich ein großer Fan von Klaus Fischer gewesen, natürlich lag das vor allem an seinen grandiosen Fallrückziehern. Mein Lieblingsverein war immer der, in dem Fischer gerade gespielt hat: also erst Schalke und dann der 1. FC Köln. Fischer ist natürlich einer meiner WM-Helden, weil er 1982 in diesem unglaublichen Halbfinale gegen Frankreich das Tor zum 3:3 in der Verlängerung erzielt hat - per Fallrückzieher. Das muss man erst einmal bringen.

Mein eigentlicher Held aber heißt Uli Stielike. Die WM 1982 in Spanien war die erste, die ich bewusst miterlebt habe. Schon deshalb ist sie für mich ein besonderes Turnier, auch wenn die 82er Nationalmannschaft nicht unbedingt als Ruhmeself in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen ist. Aber das war wenigstens eine Mannschaft, die Spieler hatte mit Ecken und Kanten, und die ist mir in jedem Fall lieber als eine Ansammlung von Typen, die alle nur huschen.

Das Halbfinale gegen Frankreich – ein grandioses Spiel. Wir haben das bei Freunden gesehen, das war eine Riesen-Grillparty. Als die Franzosen in der Verlängerung 3:1 führten, wurden schon wieder die ersten Fleischstücke auf den Grill gelegt. Einige haben nur noch mit einem Auge auf den Fernseher geguckt. Aber dann kam Klaus Fischer.

Im Elfmeterschießen war ich mir ziemlich sicher, dass die Deutschen gewinnen. Nur bei Uli Stielike hatte ich ein schlechtes Gefühl. Der rieb sich schon so an der Nase, als er zum Elfmeterpunkt ging. Stielike hat tatsächlich verschossen, und die Kamera ist anschließend die ganze Zeit auf ihm draufgeblieben: als er in den Mittelkreis zurückging und in den Armen von Pierre Littbarski geheult hat. Es ist also auch Stielikes Schuld, dass kein deutscher Fernsehzuschauer gesehen hat, wie Toni Schumacher den anschließenden Elfmeter gehalten hat. Aber das Bild, wie Stielike von Littbarski getröstet wird, das werde ich nie vergessen. Wann hat man das in der damaligen Zeit schon mal gesehen, dass Männer beim Fußball weinen? Das waren doch alles harte Kerle. Nur Stielike passte da nicht richtig rein. Wenn der neben Hrubesch und Schumacher stand, dieser kleine Typ – den musste man einfach lieb haben.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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