Sport : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Boxer Dariusz Michalczewski über Zbigniew Boniek.

Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen: Maradona war der Größte. Das war und ist er natürlich, aber Sie wollen ja etwas Besonderes von mir hören. Natürlich haben wir damals, zu Beginn der Achtzigerjahre, auch die polnischen Fußballer bewundert. Vor allem Zbigniew Boniek. Der stand mir und meinen Freunden nahe, weil er aus Bydgoszcz kommt, das ist mit dem Zug eine gute Stunde von Danzig entfernt.

Ich weiß noch, wie wir bei der WM 1982 in Spanien vor dem Fernseher gesessen und die polnische Mannschaft angefeuert haben. Boniek war der Stratege und führte Polen von Sieg zu Sieg. Besonders wichtig war das Zwischenrundenspiel gegen die UdSSR. Die Russen waren damals, nach der Verhängung des Kriegsrechts, nicht gerade beliebt in Polen. Uns genügte ein Unentschieden, um weiterzukommen. Boniek hatte das Spiel die ganze Zeit über im Griff, am Ende stand es 0:0, Polen war unter den letzten vier. Das Halbfinale haben wir dann 0:2 gegen Italien verloren, dann aber das Spiel um Platz drei gegen Frankreich 3:2 gewonnen.

Für Polen war das ein Riesenerfolg, und die großen Vereine rissen sich um Boniek. Er ist dann zu Juventus Turin gegangen, was insofern etwas Besonderes war, weil man ja erst mit 30 Jahren in den Westen wechseln durfte, und Boniek war ja erst 26. Sie haben ihn dann ziehen lassen, weil sie ihn weiter für die Nationalmannschaft brauchten.

Aufgezeichnet von Sven Goldmann.

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