Sport : Mein WM-Held

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An dieser Stelle verraten Sportler, Politiker und Künstler, wer sie bei einer WM für den Fußball begeistert hat. Heute: Der frühere österreichische Nationalspieler Toni Polster.

47 Jahre sind eine lange Zeit. Im Fußball sogar eine verdammt lange. 47 Jahre hatte Deutschland nicht mehr gegen Österreich verloren, als beide Nationalmannschaften 1978 bei der WM in Argentinien im letzten Spiel der zweiten Finalrunde aufeinander trafen. Und eigentlich hat jeder damit gerechnet, dass es für uns auch in Cordoba wieder schlecht ausgehen würde. Österreich war schon ausgeschieden, dafür hatten die Deutschen noch eine vage Chance, ins Finale zu kommen. Allerdings hätten sie gegen unsere Mannschaft auf jeden Fall hoch gewinnen müssen. Berti Vogts hat damals gesagt: „Die hauen wir weg. Fünf oder sechs zu null.“ Und zunächst schien es ja auch so, als sollte er Recht behalten. Schon in der Anfangsphase hat Karl-Heinz Rummenigge das 1:0 für die Deutschen geschossen. Und dann ist doch alles ganz anderes gekommen.

Wir sind eben nicht unter die Räder gekommen, sondern haben Fußball-Geschichte geschrieben. Oder besser: Hans Krankl hat Fußball-Geschichte geschrieben. Zwei Tore hat er in diesem Spiel gegen die Deutschen geschossen, das letzte kurz vor Schluss zum 3:2-Endstand. Als das 3:2 fiel, ist der ORF-Reporter Edi Finger fast verrückt geworden. Sein „I werd narrisch“ ist inzwischen mindestens genau so berühmt wie Krankls Tor selbst.. Ich war 14 damals, spielte in der B-Jugend von Austria und saß mit meinem Vater in Wien vor dem Fernseher. Krankl war immer mein Vorbild, mein Idol. Er ist auch der einzige Fußball, von dem ich jemals ein Autogramm besessen haben. Ich habe es damals aus der Klubzeitschrift von Rapid Wien ausgeschnitten, obwohl ich doch selbst beim Lokalrivalen Austria gespielt habe. Eigentlich war es auch nur eine Autogrammkarte mit aufgedruckter Unterschrift. Aber die habe ich heute noch.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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