Sport : Meine Elf: Zur Flagge stehen

Rudi Völler kann nicht alles wissen. Deshalb wird ihm jeden Freitag erzählt, wer eigentlich in seiner Mannschaft spielen müsste. Der Bundestrainer heute: Kenan Özmentekin, 30, Bürobote, Berlin.

Völler muss Effenberg und Basler zurückholen, vielleicht auch Möller. Zwei oder drei solche Füchse gehören in den Kader. Große Namen beeindrucken auch den Gegner. Effenberg bekommt die Kapitänsbinde, damit spricht man ihm Vertrauen aus. Wenn er ein bisschen Nationalstolz hat, kommt er zurück. Ich würde ihn einfach nominieren. Wer für sein Land spielt, dem darf es aber nicht ums Geld verdienen gehen. Er muss zu seiner Flagge stehen. Dass Baslers Lebenswandel ihn oft in die Schlagzeilen bringt, stört mich nicht. Er ist Profi und kann ein Spiel entscheiden. Sein Privatleben geht keinen was an. Kahn steht im Tor, vor ihm Nowotny in der Mitte, links Heinrich, rechts Sebescen. In der Mitte spielen Effenberg, Basler und Ballack, davor Scholl. Im Sturm sind Bode, Deisler und Max erste Wahl, zumindest, bis Zickler wieder fit ist. Dass Max zu alt ist, ist Unsinn: Er macht doch seine Tore! Jancker kommt nicht in Frage. Der steht für das robuste Spiel der Deutschen. Völler soll lieber auf Kurzpassspiel setzen als auf die typisch deutschen Tugenden. Ein Fußballspiel muss auch nach einem Spiel aussehen.

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