Meine  Paralympics : Berliner nach Rio bringen

Noch immer ist die Förderung von paralympischen Sportlern aus Berlin durch die Wirtshaft ausbaufähig.

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Gefödert. Der Radsportler Pierre Senska.
Gefödert. Der Radsportler Pierre Senska.Foto: Imago/Eibner

Kaum läuft das neue Jahr ein paar Tage, sind die guten Vorsätze schon vergessen wie Fundsachen in den Sammelkartons der Berliner Sporthallen. Aber wir haben da eine Idee: Sich für andere einzusetzen und etwa die Karriere von Athleten zu fördern, die sich gegen besondere Widerstände durchsetzen, das geht ganz einfach. Dank der Kampagne „Ungehindert de Janeiro“, die wir vorstellten, als sie noch in den Startblöcken kniete. Nun läuft und läuft und läuft sie.

Der Behinderten-Sportverband Berlin unterstützt mit dem Verein Berliner Wirtschaftsgespräche das „Team Berlin 2016“ – insgesamt sollen bis zu 20 Athletinnen und Athleten aus zehn Sportarten bei ihren Vorbereitungen für die Paralympischen Spiele in Brasilien im September 2016 finanziell unterstützt werden. Vieles zahlen Paralympioniken, die neben dem Leistungssport noch arbeiten, aus eigener Tasche. Und weil die Teilnahme an Wettkämpfen oder Trainings im Ausland mit ähnlichen Wetterbedingungen wie in Rio oft zu teuer sind, verpassen Sportler mindestens den Leistungsvergleich mit der Konkurrenz, auf die sie dann im Idealfall in Rio treffen oder können sich manchmal erst gar nicht qualifizieren.

Zum Glück gibt es erste Berliner Unternehmer und Förderer, die nach persönlichen Begegnungen mit Typen wie dem Radsportler Pierre Senska oder dem Para-Kanuten Tom Kierey ebenfalls für den Paralympics-Sport entflammt sind und in den Fördertopf einzahlen. Für einen Schwimmer wie Niels Grunenberg hofft der Förderkreis auf eine Spendensumme von 500 Euro im Monat. Radsportler brauchen für Flüge und Unterkunft in Sommertrainingsgebiete bis zu 1500 Euro. Bei Rollstuhltennisspielerinnen wie Katharina Krüger ist der Weltranglistenplatz entscheidend für die Qualifikation, die Punkte müssen bei Turnieren auf allen Kontinenten erspielt werden – 20 000 Euro im Jahr kostet das mindestens.

Berlins Unternehmer können sich jedenfalls ein Beispiel nehmen an den Berliner Blindenfreunden, der Förderverein will jetzt mit 5000 Euro vier blinde oder sehbehinderte Sportlerinnen und Sportler fördern, wie etwa den Leichtathleten Thomas Ulbricht, der im Januar zum Wintertrainingslager nach Südafrika fliegen kann. Die Übergabe des Geldes findet beim Besuch von Athleten beim Musical „Hinterm Horizont“ am 26. Januar statt – das Stage Theater am Potsdamer Platz engagiert sich auch.

- Wer „Ungehindert de Janeiro“ fördern will, kann die Rufnummer 30 833 87 0 wählen oder auf der Seite rio.bsberlin.de den Button „Rückrufservice für Sponsoren“ klicken. Weitere Kolummen "Meine Paralympics" gibt es hier.

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