Meine Paralympics : Schwimmen, schweben, kämpfen mit Gliedmaßen To Go

Nirgends sonst sieht man so viele gut gebaute Menschen, deren Körper einfach nur von der alltäglichen Norm abweichen, wie bei Paralympischen Spielen. Auch jetzt wieder bei der Schwimm-EM in Funchal.

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Die Berlinerin Verena Schott holte bei der EM in Funchal Gold.
Die Berlinerin Verena Schott holte bei der EM in Funchal Gold.Foto: Imago

Es war ein Bild für die Götter. Da stolzierte die Frau selbstbewusst mit dem Allerwertesten schwingend zur Londoner U-Bahn, und Männer guckten ihr gebannt hinterher. Die Athletin in sexy Shorts lief auf zwei mit Graffiti bemalten High-Tech-Prothesenbeinen.

Nirgends sonst sieht man so viele gut gebaute Menschen, deren Körper einfach nur von der alltäglichen Norm abweichen, wie bei den Paralympischen Spielen. Auch beim Schwimmen. Vor den Wettkämpfen legen die Sportler künstliche Beine ab, packen ihre Arm-Orthesen in Kisten oder robben aus dem Rollstuhl auf den Startblock, ein zunächst ungewohnter Anblick. Die Volunteers tragen alles bis zu der Stelle am Becken, an der sich der Athlet wieder hochzieht oder herausgehoben wird. Wer am Rande, wie etwa jetzt bei den Schwimm-Europameisterschaften im portugiesischen Funchal mit Sportlern spricht, erfährt viel von der besonderen Faszination des Elements. Die, die sonst teils nur beschwerlich über all die unnötigen Barrieren durchs Leben kommen, tauchen nun im Wasser ein in ein freies Leben. Schwimmen, schweben, genießen. Und kämpfen, Paralympioniken sind ja nicht nur zum Spaß da.

Und so schwenkt der Blick der Zuschauer schnell von den Gliedmaßen To Go auf die Anzeigetafel. Bei der im Paralympischen Sport Club Berlin groß gewordenen Verena Schott gab es Jubel, die 27-jährige Berlinerin schwamm zum EM-Auftakt über 100 Meter Rücken in ihrer Startklasse S7 in 1:28,14 Minuten zu Gold. Das 19-köpfige Team von Bundestrainerin Ute Schinkitz holte zu Beginn gleich Gold und zweimal Silber. Selbst mal bei der EM reingucken? Der Livestream ist auf www.deutsche-paralympische-mannschaft.de und www.sportdeutschland.tv zu sehen.

- Die Kolumne "Meine Paralympics" erscheint an jedem ersten Mittwoch im Monat.

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