• Meister des Fehlschusses - Warum sich Rostock über den Punkt in Lautern nicht freut

Sport : Meister des Fehlschusses - Warum sich Rostock über den Punkt in Lautern nicht freut

Andreas Zachhuber brodelte innerlich, der Zorn trieb dem Trainer von Hansa Rostock tiefe Röte ins Gesicht. Sekunden lang schwieg der Fußball-Lehrer, dann schenkte er seiner Mannschaft gewaltig ein. "Ich bin maßlos enttäuscht. Das hat mit Profifußball nichts zu tun. Wenn man solche Chancen nicht nützt, dann hat man es nicht verdient, als Sieger nach Hause zu fahren."

Dabei hätte der 37-Jährige nach dem 2:2 (1:0) beim 1. FC Kaiserslautern hoch zufrieden sein können. Rostock führte die ohne Mario Basler (Bänder-Abriss) und Ciriaco Sforza (Grippe) kopflosen Lauterer wie tapsige Tanzbären vor, führte bis zur 73. Minute durch Treffer von Magnus Arvidsson (11.) und Victor Agali (73.) nach einem kapitalen Fehltritt von Kaiserslauterns Verteidiger Harry Koch 2:0 und stand im fünften Anlauf souverän vor dem ersten Erfolg im Fritz-Walter-Stadion und dem ersten Auswärtssieg der laufenden Saison.

Nur eines machten Zachhubers Spieler am Dienstagabend völlig falsch: Sie trafen zu selten das Tor. Darüber war der Trainer denkbar ungehalten: "Dreimal aus fünf Metern nicht getroffen - dieses Unentschieden ist wie eine Niederlage." Die Fehlschüsse, bei denen sich vor 36 291 Zuschauern speziell der Nigerianer Agali als "Meister" erwies, rächten sich bitter: Jörgen Pettersson (85.) und Slobodan Komljenovic (86.) stellten den Spielverlauf binnen 60 Sekunden vollkommen auf den Kopf.

"Bis zu diesem 0:2 war das Match für uns verloren, aber die Mannschaft hat das gar nicht zur Kenntnis genommen und bedingungslos gefightet", attestierte Kaiserslauterns Trainer Otto Rehhagel seinem Team zumindest kämpferisch eine vorbildliche Einstellung. Doch Rehhagel, der am Freitag bei Arminia Bielefeld sein 1000. Bundesligaspiel als Aktiver oder Coach erlebt, wusste: "Ein Sieg für uns wäre absolut unverdient gewesen."

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