Sport : Meister im Mittelmaß

Werder bangt nach 1:2 bei Bayer um Uefa-Cup-Platz

Erik Eggers[Leverkusen]

Ein ausgezeichnetes Spiel lag hinter Gonzalo Castro, dem Spanier in Diensten Bayer Leverkusens. Nicht nur die überschwänglichen Glückwünsche seiner Kollegen nach dem 2:1 (2:1) Bayers gegen Werder Bremen wiesen auf einen außergewöhnlichen Auftritt des erst 17-jährigen Defensivakteurs hin. Auch sein Trainer Klaus Augenthaler war angetan: „Gonzalo spielt schon seit Wochen konstant.“ Hatte das Talent doch den „großen Micoud“ (Augenthaler) im Bundesliga-Spiel am Sonntag schlecht aussehen lassen und zudem die Vorlage zum 2:1 beigesteuert. „Es war ein Sieg der Moral“, lobte Augenthaler das ganze Team.

Leverkusen konnte mit dem Sieg den Abstand auf Bremen und einen Uefa-Cup-Platz auf einen Punkt verkürzen. Werders Manager Klaus Allofs war wegen der sich kontinuierlich für den Deutschen Meister verschlechternden Tabellensituation gestern sichtlich angefressen. „Wenn wir so weiter spielen, wird es knapp mit dem internationalen Wettbewerb“, befürchtet Allofs.

Nach nur drei Minuten war Leverkusen in Führung gegangen: Bedrängt vom kampf- und laufstarken Stürmer Andrej Woronin, verlor Nationalspieler Fabian Ernst vor dem eigenen Strafraum den Ball, und nach einem Pass von Berbatow schaufelte Jacek Krzynowek den Ball aus zehn Metern über Keeper Reinke hinweg ins Tor. „Da haben wir total geschlafen, und Leverkusen hat uns aggressiv angegriffen“, analysierte Bremens Trainer Thomas Schaaf. Auch danach dominierte Leverkusen. Ein sehenswerter Pass von Castro brachte schließlich den verdienten zweiten Treffer: Marko Babic, völlig frei vor dem Tor stehend, konnte mit Hilfe des rechten Innenpfostens zum 2:0 erhöhen. Der Jubel der 22 500 Zuschauer in Leverkusen war noch nicht verebbt, da hatte Werder bereits verkürzt: nach einem Fehler Roque Juniors trafen die Fäuste von Keeper Butt nur den Unterkiefer Miroslav Kloses, der gleichzeitig aus sechs Metern einköpfte. Nach einem weiteren Fehlpass des Brasilianers hätte Klose zwei Minuten später beinahe den Ausgleich erzielt, doch der Nationalstürmer verfehlte nach Zuspiel von Klasnic aus sechs Metern das Tor.

In der zweiten Halbzeit bestimmte Bremen zwar das Spiel und kam durch Klose, Klasnic und Ismael zu Chancen, mehr passierte aber nicht. Die zehnte Saisonniederlage in der Bundesliga war für den Meister von 2004 perfekt als der Schlusspfiff erklang und die Leverkusener ihrem Mitspieler Gonzalo Castro zu dessen guter Leistung gratulierten.

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