Sport : Meister in Poleposition

Die Eisbären starten nach dem 4:3 gegen Köln als Erster in die Play-offs.

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Nicht aufzuhalten von Torwart und Verteidigern. Florian Busch erzielt das 2:1 für die Eisbären. Foto: Harald Ottke
Nicht aufzuhalten von Torwart und Verteidigern. Florian Busch erzielt das 2:1 für die Eisbären. Foto: Harald OttkeFoto: Harald Ottke

Berlin - Es war Eishockey zum Genießen, vom ersten Bully weg. Da war etwa die Szene, in der Marcel Ohmann seinen Berliner Gegenspieler Nick Angell überlief und den Puck zum 1:0 für die Kölner Haie unter die Torlatte drosch. Ein ähnlich schöner Treffer gelang auf der anderen Seite der Eisfläche Vincent Schlenker. Mit dem Rücken zum Tor schlenzte der erst 19 Jahre alte Angreifer der Eisbären die Scheibe zum 1:1 ins Kölner Netz. Die Play-offs, so wirkte es, hatten am Sonntag in der mit 14 200 Zuschauern ausverkauften Berliner Arena am Ostbahnhof schon begonnen – am 52. und letzten Spieltag der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die die Eisbären als Tabellenerster beenden konnten. Nach dem hart erkämpften 4:3 (1:1, 2:1, 0:1/1:0) nach Penaltyschießen über die Kölner Haie startet der Meister also von der bestmöglichen Position aus in die Play-offs.

Dass die Eisbären wieder ganz oben gelandet sind, ist durchaus bemerkenswert. Sven Felski, Schütze des Siegtreffers im Penaltyschießen gegen Köln, sagte: „Wir hatten die Runde durchweg viele Verletzte, immer wieder wurden die Reihen durcheinandergewürfelt. Es ist super, dass wir das trotzdem geschafft haben.“ Sein Trainer Don Jackson war natürlich stolz und fand: „Das Spiel gegen Köln war ein Beispiel für die Play-offs. So schwer wird es für uns nun jedes Spiel werden.“

Auf ihren Viertelfinalgegner müssen die Berliner noch ein paar Tage warten. Wie seit einigen Jahren Usus in der DEL spielen die Teams zwischen den Plätzen sieben und zehn in den Pre-Play-offs die letzten beiden Teilnehmer für die Endrunde aus. Danach kommen Augsburg, Köln oder Iserlohn als Berliner Gegner infrage. Die Ingolstädter müssen als Tabellenzweiter wie die Eisbären ebenfalls um ihren Gegner rätseln. Fest steht, dass Wolfsburg im Viertelfinale gegen Straubing spielt und Mannheim zunächst Hamburg in der nach dem Modus Best of seven ausgespielten Serie empfängt.

Erst am Dienstag kommender Woche beginnen für die Berliner die Play-offs, bis dahin dürfen die Profis Kraft sammeln für das Viertelfinale. Schließlich war das letzte Spiel gegen die Kölner kein gemütlicher Ausklang. Die Haie verlangten mit Zweikampfstärke und Einsatz den Eisbären einiges ab. Das war keine Überraschung, Köln kam mit guten Referenzen nach Berlin. Die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp hatte zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen, darunter war auch ein 2:1-Heimspielerfolg gegen die Eisbären.

Nach Ohmanns frühem Führungstor und dem Ausgleich von Schlenker entwickelte sich ein umkämpftes Spiel. Darin Olver brachte die Eisbären im zweiten Drittel in Führung, Philip Gogulla glich für die Kölner im Powerplay allerdings wenig später aus. Wiederum Olver schaffte nach einem Konter die erneute Führung für die Eisbären. Die Haie resignierten allerdings nicht. Im letzten Abschnitt wurschtelte Alexander Weiß den Puck zum 3:3 an Rob Zepp vorbei ins Berliner Tor. Es ging nach der torlosen Verlängerung schließlich ins Penaltyschießen. Dort hatte Felski dann seinen großen Auftritt, der Siegeswille der Berliner hatte am Ende gewonnen. Felski sagte: „Wir wollten unbedingt gewinnen, um uns mit einem Sieg für die Play-offs zu präparieren.“

Das haben die Eisbären gegen Köln in ordentlicher Manier geschafft – am Ende einer in mehrfacher Hinsicht erfolgreichen Hauptrunde für sie. 33 Siege in 52 Spielen liegen hinter den Berlinern, in der Vorsaison waren es nur 30 Erfolge. Dazu gelang den Eisbären ein Zuschauerrekord. 14 073 Menschen besuchten im Schnitt die Heimspiele des Meisters – so viele wie noch nie, seitdem die Arena am Ostbahnhof steht. Mit dem nächsten Rekord in dieser Sparte wird es wohl so langsam schwierig: Es sei denn, die Eisbären bauen an.

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