Sport : Meister, was sonst?

Eisbären sehen sich zu Saisonbeginn stärker denn je

von

Berlin - Das Saisonziel ist klar für die Eisbären Berlin. Don Jackson will gar nicht groß darüber sprechen. „Ist doch ohnehin jedem klar, was wir wollen“, sagt der Trainer des deutschen Eishockey-Meisters. Wieder Meister werden wollen sie, was sonst. Also gibt es halt ein höheres Ziel für den US-Amerikaner, der schon drei Mal Meister mit den Eisbären wurde in vier Jahren. Jackson sagt: „Ich erwarte, dass wir jedes Spiel gewinnen. Es kann passieren, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen, aber es ist nicht falsch, zu erwarten, jedes Spiel zu gewinnen.“

Sollte das hehre Vorhaben des Berliner Trainers realisiert werden, droht der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ab Freitag die langweiligste Saison seit ihrem Gründungsjahr 1994. Aber es wird ja gottlob nicht so kommen, und schließlich „respektiert“ Jackson auch die Konkurrenz aus Düsseldorf, Mannheim, ja sogar Krefeld. „Die können uns auch mal gefährlich werden“, sagt der Trainer aus Berlin. Aber bitte: Als arrogant mögen seine Aussagen nun nicht interpretiert werden. Die Eisbären haben aber auch ein gutes Recht, sich weit vorzulehnen, schließlich haben sie sich nach ihrem fünften Meistertitel vielversprechend verstärkt. Aus Augsburg kamen die Sturmpartner Barry Tallackson und Darin Olver: Die beiden gehörten vergangene Saison der torgefährlichsten Sturmreihe der Liga an. Zudem ist mit Julian Talbot ein junger talentierter Kanadier zum Team gekommen. Dass Steve Walker und Jeff Friesen ihre Karriere beendet haben, sollte für die Qualität des Angriffs keine Rolle spielen. Auch könnte Talbot den zu den Kölner Haien gewechselten Alexander Weiß ersetzen. In der Abwehr sollte der routinierte US-Amerikaner Nick Angell den Abgang des Kanadiers Derrick Walser in die Schweiz locker kompensieren können.

Für Stefan Ustorf, weiterhin Mannschaftskapitän, ist seine Mannschaft sogar besser aufgestellt als im Vorjahr. „Wir haben uns sehr intelligent verstärkt. Der Druck innerhalb des Kaders ist groß, viele Spieler kämpfen nun um ihren Platz im Team.“ Die Konkurrenz in der DEL, so viel ist klar, muss sich gewaltig fürchten vor den Berlinern, die Freitag mit dem ersten Hauptrundenspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers ihren Weg zum sechsten nationalen Titel aufnehmen. Ob der Weg auch mit einer großen Feier endet, wissen sie dann spätestens Ende April, wenn die Play-offs vorbei sind. Claus Vetter

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben