Meistertitel : VfB Friedrichshafen - Die Bayern des Volleyballs

Der VfB Friedrichshafen hat eine durchwachsene Saison hinter sich. Trotzdem holt die Mannschaft von Stelian Moculescu ihren fünften Meistertitel hintereinander.

Immo Eifler

Stelian Moculescu ist eigentlich ein ziemlich harter Hund. Aber nun, nach diesem Triumph, da verkündete er: „Ich bin jetzt so erleichtert.“ Moculescu hat schon mehr als zwei Dutzend Titel gewonnen, aber dass er mit dem VfB Friedrichshafen gerade zum zehnten Mal Deutscher Volleyball-Meister geworden ist, ist für ihn trotzdem etwas Besonderes gewesen. 3:1 (25:20, 25:23, 19:25, 25:20) hatten die Schwaben am Donnerstagabend in der Friedrichshafener ZF-Arena gegen Generali Haching gewonnen. Der entscheidende Sieg im Play-off-Finale. Aber Haching war ein schwerer Gegner, einmal hatten die Oberbayern den VfB in diesem Finale 3:0 besiegt. Deshalb war Moculescu am Donnerstag so erleichtert. 4000 Zuschauer unterstützten den VfB an diesem Abend, und wie so häufig in dieser Saison spielten die sehr harten Aufschläge des Südkoreaners Sung-Min Moon und des Diagonalangreifers Georg Grozer eine bedeutende Rolle. Damit konnte der VfB die Hachinger Annahme enorm unter Druck setzen.

Dennoch: Im zweiten Satz liefen die Gastgeber lange einem Rückstand hinterher. Doch da zeigte sich auch die ganze Routine des VfB. Friedrichshafen holte auf und gewann den Satz noch knapp. Die Gäste gaben sich in der hochklassigen Begegnung jedoch keinesfalls geschlagen. Doch ihre entscheiden Niederlage konnten sie trotz eines Satzgewinns nicht mehr verhindern.

Für Friedrichshafen hat dieser Titel auch deshalb eine besondere Bedeutung, weil die Mannschaft zwischenzeitlich ihre Vormachtstellung in der Liga verloren hatte. Lange Zeit wirkten die Schwaben wie der FC Bayern der Volleyball- Bundesliga. Das Team war auf den Meistertitel quasi abonniert. Doch in dieser Saison erlitten die Schwaben allein in der normalen Bundesliga-Runde vier Niederlagen. Die Integration von Georg Grozer dauerte länger als gedacht, und der südkoreanische Neuzugang Moon, der als Diagonalangreifer gekommen war, musste zum Außenangreifer umfunktioniert werden. Kein Wunder also, dass Moculescu aufatmend sagte: „Das war die aufregendste Saison seit Jahren.“

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