Sport : Mensch ärgere dich!

Albas Klubführung erwartet von den Basketballern heute gegen Frankfurt mehr Einsatz

Benedikt Voigt

Berlin. Am Donnerstag hat sich Marco Baldi bei einer seltsamen Gefühlsregung erwischt. Die Spieler von Benetton Treviso hatten Alba Berlin nach allen Regeln der Basketballkunst auseinander genommen (107:81), was für den Vizepräsidenten des Berliner Basketballklubs eigentlich eine traurige Sache sein müsste. Trotzdem sagt Baldi: „Es hat Spaß gemacht, Treviso zuzuschauen.“

Der Basketballfan im Vizepräsidenten goutiert Niederlagen, doch von der Mannschaft erwartet er was anderes. Baldi sagt: „Das Team darf das nicht einfach hinnehmen, da muss eine Reaktion kommen.“ Und zwar bereits im heutigen Bundesligaspiel bei den Skyliners aus Frankfurt (15 Uhr). Eine Niederlage würde den Drittplatzierten der Bundesliga zwar kaum zurückwerfen. Doch die Begegnung ist für das Heimspiel gegen AEK Athen am nächsten Donnerstag wichtig. „Wir dürfen nicht mit hängenden Köpfen in das Europaligaspiel gehen“, sagt Baldi.

Die Bilanz spricht für die Berliner, in der vergangenen Saison konnte Alba alle wichtigen Spiele wie Pokalfinale und Play-off-Halbfinale gegen Frankfurt gewinnen. Doch beide Teams haben sich verändert. Die Frankfurter mussten etwa Topscorer Marcus Goree an Maccabi Tel Aviv abgeben und haben sich in dieser Saison eine neue Mannschaft zusammengebastelt. Bislang steht Frankfurt nur auf Platz sechs. Gegen Alba ist auch noch der Einsatz der beiden ehemaligen Berliner Stipo Papic und Robert Maras fraglich, beide hatten sich zuletzt für das Uleb-Cup-Spiel in Valencia (66:94) krankgemeldet. Auch Mario Kasun und Travis Conlan sind angeschlagen.

Schlimmer verletzt ist der Berliner Jörg Lütcke, der bis zum Saisonende ausfällt. Alba sucht schon Ersatz. „Wir sehen aber im Moment keinen Spieler, der uns qualitativ nach vorne bringt“, sagt Baldi. Zunächst will Alba auf den eigenen Nachwuchs setzen.

Doch nicht immer sind junge Leute auch wirklich gut, wie das Beispiel des Frankfurters Peter Fehse zeigt. Der 19-Jährige wurde im vergangenen Jahr zwar vom NBA-Klub Seattle Supersonics gedraftet, doch in der deutschen Basketball-Szene ist der 2,11 Meter große Flügelspieler eher unbekannt. Was kann der ehemalige Regionalligaspieler von TuS Halle, ist er etwa ein neuer Dirk Nowitzki? Wohl nicht. Am vergangenen Dienstag debütierte Fehse für die Opel Skyliners in Valencia. Als das Spiel längst verloren war, kam der Forward aufs Feld und machte in sechs Minuten ein Foul. Das war’s. Albas Trainer Emir Mutapcic ist sich sicher: „Guido Grünheid ist besser als Peter Fehse.“ Ob das stimmt, kann der Berliner Nachwuchsspieler Grünheid heute beweisen.

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