Sport : „Mensch, wollen die dich verarschen?“

Karl Werner war der erste Fußballgott der Bundesliga – bis heute weiß er nicht, warum die Fans ihn angehimmelt haben

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Am 24. August 1963, vor 40 Jahren also, ist die FußballBundesliga in ihre erste Saison gestartet. Seitdem hat die Liga viele schöne Geschichten geschrieben. In loser Folge erinnern wir an Rekorde und Glanzleistungen, heute an den ersten Fußballgott.

Herr Werner, wenn wir richtig informiert sind, waren Sie der erste Bundesligaspieler, der als „Fußballgott“ gefeiert wurde.

Das habe ich auch gehört. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt.

Wissen Sie wenigstens noch, wie Sie zum Fußballgott geworden sind?

Eigentlich nicht. Die Fans müssten da eher Bescheid wissen.

Die Fans von Fortuna Düsseldorf.

Genau. Die haben in den Neunzigerjahren damit angefangen, als wir unter Aleksandar Ristic von der Oberliga direkt in die Bundesliga aufgestiegen sind. Aber bei welchem Spiel das war – keine Ahnung.

Können Sie sich noch erinnern, was Sie damals gedacht haben?

Ich habe das zuerst gar nicht mitbekommen. Erst die Jungs auf der Ersatzbank haben mir davon erzählt. Damals habe ich noch gedacht: Mensch, wollen die dich verarschen?

Weil Fußballgötter eher Grätscher und Renner sind.

Stimmt, dabei bin ich eher ein technisch guter Spieler gewesen. Erst Ristic hat mich zum Vorstopper gemacht, vorher, in der Oberliga und in der Zweiten Liga, habe ich im Mittelfeld oder als Libero gespielt. Ich habe immer versucht, den Ball von hinten sauber rauszuspielen und ihn nicht einfach rausgeschlagen, wie es in Deutschland üblich ist.

Ärgern Sie sich über die Inflation von deutschen Fußballgöttern?

Nein, überhaupt nicht.

Weil Sie der einzig wahre sind?

Das weiß ich nicht. Für die Fortuna-Fans bin ich wahrscheinlich der einzig wahre. Aber jeder Verein hat seinen einzig wahren Fußballgott.

Gibt es einen, den Sie für Ihren legitimen Nachfolger halten?

Nee, keine Ahnung. Ich erhebe keinen Anspruch auf diesen Titel. Da sollen die sich drum streiten.

Die Fragen stellte Stefan Hermanns.

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