Sport : Menschen, die ins neue Jahr fliegen

Es steckte keine exakte Überlegung dahinter, eher der Zufall. Weil die Gründungsväter möglichst vielen Skispringern die Gelegenheit geben wollten, an der Vierschanzentournee teilzunehmen, wählten sie für das erste Springen 1953 einen Termin zwischen den Jahren. In der Ferienzeit konnten auch die Amateure aus Finnland oder Norwegen anreisen. Auch in den darauf folgenden Jahren legten die Organisatoren die Vierschanzentournee in die Zeit des Jahreswechsels. Der Termin sollte zum Glücksfall werden.

Seither dominiert die Vierschanzentournee das Sportprogramm zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest. Konkurrenzlos. In einer Zeit, in der Fußballer, Formel-1-Rennfahrer oder Tennisspieler ihre Geschenke umtauschen, werfen sich die Skispringer in die Anlaufspur. Seit 1956 überträgt das Fernsehen, was die Vierschanzentournee auch nördlich des Mains populär machte. Das gilt vor allem für das Neujahrsspringen in Garmisch. Im letzten Jahr schalteten in Deutschland 9,92 Millionen den Fernsehsender RTL ein, um das Springen am 1. Januar zu verfolgen. Die Popularität der Vierschanzentournee beruht auf der Verbindung aus einer in 50 Jahren gewachsenen Tradition und einer Sportart, bei der Menschen durch die Luft fliegen. Das fasziniert. Hinzu kommt am Neujahrstag, dass der Wettbewerb auch mit schwereren Ausfallerscheinungen verfolgt werden kann. Wer weiter springt, gewinnt, das lässt sich auch mit Kopfschmerzen nachvollziehen. Das alles sind Gründe, warum der schwächelnde deutsche Volksheld Martin Schmitt bei der Jubiläumstournee gar nicht ganz vorne landen muss, um aus ihr einen Erfolg zu machen. Sie ist das schon seit 50 Jahren.

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