Sport : Menschliches Versagen

Stefan Hermanns

über den gar nicht überraschenden Weg der Mainzer Es sind erfreuliche Signale, die zurzeit aus Mainz zu vernehmen sind: Selbst in schwerer Zeit hat Jürgen Klopp seinen Humor nicht verloren, und auch seine Sprache ist weiterhin, sagen wir, unkonventionell. Doch anders als im Vorjahr, als bei Klopp eine überproportionale Häufung des Ausdrucks geil zu verzeichnen war, tendiert er in dieser Saison eher zu Scheiße – was die aktuelle Situation von Mainz 05 sehr treffend umschreibt. In Zahlen übersetzt bedeutet Scheiße: vier Spiele, vier Niederlagen, Platz 18. Mainz scheint den Rückzug in die Zweite Liga angetreten zu haben.

Es ist der normale Zyklus, der einen Aufsteiger zunächst weit nach oben trägt, im zweiten Jahr aber auch wieder zurück zu den Ursprüngen führt. So war es einst mit Unterhaching, so ist es im Vorjahr auch Freiburg ergangen. Diese Entwicklung ist kein Hexenwerk; sie resultiert aus einem nur allzu menschlichen Verhalten. Dass die Mainzer in der vorigen Saison als natürliche Absteiger galten, hat ihren Asterix-Instinkt geweckt. Sie liefen und kämpften, und sie behaupteten sich gegen übermächtige Gegner. Der Unterschied zu dieser Saison lässt sich am besten an den beiden Heimspielen gegen Bremen und den HSV illustrieren. Im vergangenen Jahr gewann Mainz beide Begegnungen, jeweils nach 0:1-Rückstand. In diesem Jahr verloren sie gegen die gleichen Gegner recht eindeutig. Niemand lässt sich von einem Hänfling wie den Mainzern gleich zweimal düpieren. Gut möglich, dass sie diese Erfahrung noch häufiger machen werden.

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