Sport : Mentalität für Kreative

Armin Lehmann

sagt, warum Klinsmann eine Zeitenwende gelungen ist Jürgen Klinsmann wusste, was am Mittwoch auf dem Spiel stand. Es ging nicht nur darum, gegen den - Weltmeister Brasilien gut auszuschauen, es ging darum zu beweisen, dass unter dem neuen Bundestrainer eine Zeitenwende für die Nationalmannschaft stattgefunden hat.

In Berlin sollte in den fünf Tagen Aufenthalt sichtbar werden, worin dieser Neuanfang besteht und was ihn ausmacht. Er lässt sich nicht auf das Fußballspielen reduzieren, er beinhaltet auch die Außendarstellung der Mannschaft und ihrer Verantwortlichen. Die Schlagworte für den Neuanfang heißen Kommunikation, Offenheit, Mut und Risiko. Klinsmann ist sehr früh sehr offensiv mit seiner Zielsetzung an die Öffentlichkeit gegangen. Er hat klar formuliert, dass er 2006 Weltmeister werden will. Er hat zu verstehen gegeben, dass die Mannschaft dafür vor allem eine neue Mentalität braucht. Eine Siegermentalität. Und er arbeitet mit Teammanager Bierhoff daran, diese Mentalität, die Bierhoff als „smart, aber geradlinig“ bezeichnet, mit seinen Methoden zu verankern.

Das Spiel gegen Brasilien hat gezeigt, dass der Bundestrainer erfolgreich gearbeitet hat. Die Mannschaft war mutig, kreativ und einsatzfreudig. Mehr kann auch Jürgen Klinsmann nicht tun. Vom Spielerpotenzial her steht auch ihm nicht mehr zur Verfügung als seinem Vorgänger Rudi Völler.

Aber einen Robert Huth überraschend spielen zu lassen, einen amerikanischen Fitnesstrainer einzusetzen oder mitten im Herzen Berlins Quartier zu beziehen, sind Zeugnisse von Klinsmanns neuer Flexibilität. Weltmeister wird man damit nicht gleich, aber die Chancen, 2006 eine erfolgreiche, ehrgeizige Mannschaft spielen zu sehen, sind wieder gestiegen.

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