Sport : Merkel macht die Räume eng

Axel Vornbäumen

Angela Merkel, seit exakt einer Woche Bundeskanzlerin, freut sich auf die Fußball-WM. Ganz ehrlich – das ist nicht nur gut so, das muss sie auch! Alles andere wäre, gelinde gesagt, äußerst unverträglich mit ihrem neuen Amt. Die Zeiten sind schon lange vorbei, in denen es die Politik dabei bewenden lassen konnte, den Fußballern kurz vor Spielbeginn ein joviales „Na, dann siegt mal schön!“ hinterher zu werfen.

Seit gestern ist es also amtlich, regierungsamtlich: Auf der Internetseite www.wm2006.deutschland.de räsoniert die Regierungschefin über die „Faszination Fußball“ – erstklassige Spielzüge, tollen Tore, grandiose Spieler, mitreißende Duelle, leidenschaftliche Fans. Mit anderen Worten: Nix, was man unbedingt lesen müsste! Das Grußwort scheint eher von einem rhetorischen Grobmotoriker im Bundespresseamt verfasst worden zu sein, viel Spielerisches findet sich jedenfalls nicht darin. Aber vielleicht sollte das ja so sein. Der neue Stil! Nüchternheit auch hier, wo eben noch „Acker“ Schröder die politischen Strafräume dieser Welt durchfurcht hat.

In der Fußballersprache nennt man so etwas: die Räume besetzen. In der Politik macht man das auch. Angela Merkel hat das fürs Erste getan. Nun muss sie nur noch ihren Mann Joachim Sauer überreden, sie zum WM-Finale zu begleiten. Wird sicher schwer. Lohnt sich aber.

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