Sport : Meyer geht, Lienen kommt

Nach dem 2:2 gegen Schalke wechselt Gladbach den Trainer

Daniel Pontzen

Mönchengladbach. Hans Meyer lehnte sich bei der Pressekonferenz in seinem Sessel zurück und sagte scheinbar genüsslich: „Ich habe noch nie so sicher im Sattel gesessen wie jetzt.“ Wenig später erklärte er seinen Rücktritt als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Und kaum dass er das getan hatte, präsentierten die Gladbacher auch schon seinen Nachfolger: Ewald Lienen. Der spielte einst am Bökelberg und war später auch Trainer im benachbarten Köln. Es ist der dritte Trainerwechsel in der laufenden Saison. Zuvor hatten schon Andreas Brehme (1. FC Kaiserslautern) und Klaus Toppmöller (Bayer Leverkusen) ihre Plätze räumen müssen.

Meyer hatte am 7. September 1999 das Traineramt beim Klub vom Niederrhein, der damals auf einem Abstiegsplatz in der Zweiten Fußball-Bundesliga rangierte, von Rainer Bonhof übernommen. In der Saison 2000/01 führte er die Borussia zurück in die Bundesliga und schaffte im Vorjahr den Klassenerhalt.

In der Pressemitteilung über den Trainerwechsel begründete Meyer seinen Rücktritt mit „persönlichen Gründen“. Eingeweihte glauben zu wissen, dass die zunehmenden Differenzen mit den Spielern den Ausschlag gaben. In der Woche war Kapitän Marcel Witeczek suspendiert und die Leistungsträger Markus Münch sowie weitere drei Akteure (Marcel Ketelaer, Daniel Felgenhauer, Stephane Stassin) waren von ihm aus dem Kader verbannt worden.

Nachdem Meyer sein Statement bei der Pressekonferenz abgegeben hatte, setzte sich der 60-Jährige mit dem Präsidium zusammen. „Da hat er um die Auflösung seines Vertrages gebeten“, sagte später Borussias Pressesprecher Markus Aretz. Er zog damit auch die Konsequenz aus der Talfahrt der Gladbacher, die in den letzten Wochen immer stärker in den Abstiegsstrudel geraten sind. Auf die Frage, wieso der Klub so schnell einen Nachfolger parat hatte, sagte Aretz: „Wir waren darauf vorbereitet, dass Hans Meyer irgendwann das Handtuch wirft.“

Dabei hatten die Gladbacher Stunden zuvor beim 2:2 gegen Schalke 04 noch einen Punkt geholt. Allerdings sahen die 32 900 Zuschauer ein schlechtes Spiel, zumindest vor der Pause. Wobei sich der Rasen freilich erneut wie ein besserer Acker präsentierte. Wenigstens nach der Pause entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem die Heimelf „das gezeigt hat, wozu sie im Moment in der Lage ist“, wie Hans Meyer da noch sagte. Wenig später sagte er gar nichts mehr.

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