M'gladbach - Hamburg 1:0 : Abschied vom Abstieg

Borussia Mönchengladbach besiegt den Hamburger SV 1:0 und hat nun zehn Punkte Vorsprung auf Platz 16. Beim HSV herrscht nach der enttäuschenden Vorstellung hingegen dicke Luft.

Richard Leipold[Mönchengladbach]

Bernd Hoffmann war erbost. „In den vergangenen Wochen haben wir auswärts schon einige Spiele nicht erfolgreich bestritten, aber diesmal fehlen mir fast die Worte“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV. Dann fand er aber doch Worte, die den Auftritt des HSV beim 0:1 (0:1) in Mönchengladbach treffend charakterisierten: „Das war mutlos und genügt nicht unseren Ansprüchen.“

Das Tor des Gladbacher Verteidigers Roel Brouwers kurz vor der Pause traf die Hamburger empfindlich. Im Rennen um einen Platz im Europapokal sehen sie die Verfolger immer näherkommen. Der VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt haben nur noch drei Punkte weniger als der Bundesliga-Sechste aus dem Norden. Die Gladbacher indes dürften sich dank des Sieges endgültig aus der Abstiegszone verabschiedet haben. Der Abstand zum Relegationsrang, den nun der SC Freiburg belegt, ist auf zehn Punkte gewachsen.

Im Borussia-Park war der HSV durchaus bestrebt nach vorn zu spielen. Doch das gelang nicht so recht. „Wir haben zu wenig Chancen herausgespielt“, sagte Trainer Bruno Labbadia. „Das lag zum einen am Gegner, zum anderen aber auch an uns. Wir haben zu wenig Tempo zu wenig Dynamik und zu wenig Laufbereitschaft gezeigt.“ Da es an zündenden Idee fehlte, kamen die Hamburger in der ersten Hälfte allenfalls bis zum gegnerischen Strafraum, den die Gladbacher sorgfältig abgeriegelt hatten. Die Stürmer Ruud van Nistelrooy und Mladen Petric kamen überhaupt nicht zum Zuge und schon gar nicht zum Schuss.

HSV fast ohne Chancen

Auch die Gladbacher hielten zunächst nicht, was ihre flotten Vorstöße aus der Anfangsphase versprochen hatten. Nachdem HSV-Torhüter Frank Rost einen Schuss von Karim Matmour und einen Kopfball von Rob Friend reaktionsstark gemeistert hatte, blieb er für längere Zeit ebenso unbehelligt wie sein gegenüber Logan Bailly im Tor der Borussen, die im eigenen Stadion geduldig auf Konterchancen lauerten. Bei ihren dosierten Gegenstößen wirkten die Gladbacher gefährlicher als ihre phantasielos drauflos stürmenden Widersacher. Kurz nachdem Juan Arango die dritte Gladbacher Möglichkeit vergeben hatte, nutzte Roel Brouwers das Durcheinander in der HSV-Abwehr nach einem Eckstoß von Arango zum Führungstreffer. Die Hamburger ließen den angriffslustigen Innenverteidiger am Fünfmeterraum gewähren, obwohl sich bis in den Norden herumgesprochen haben dürfte, dass Brouwers der erfolgreichste Torschütze der Borussia ist – das 1:0 gegen Hamburg war bereits sein siebter Treffer in dieser Saison.

Unter dem Eindruck des Rückstandes verlieh der HSV seinen Angriffen ein wenig mehr Nachdruck. Zé Roberto und besonders der eingewechselte Jonathan Pitroipa mögen die Heimelf mit ihren Schüssen ein wenig erschreckt haben, mehr aber auch nicht.

Nach gut einer Stunde beendete Labbadia den Sonntagsdienst des wirkungslosen Angreifers van Nistelrooy und schickte für ihn Paolo Guerrero aufs Feld, den ein Kreuzbandriss zu einer fast sieben Monate dauernden Pause gezwungen hatte. Doch es blieb dabei: Die Hamburger kickten zu einfallslos und gingen leer aus.

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