Michael Ballack : Die Gnade der späten Einwechslung

Auch Michael Ballack durfte am Sonntag Teil von Leverkusens 4:2 gegen Stuttgart werden. Mit seiner Einwechslung kam die Wende - aber kam sie seinetwegen?

Gregor Derichs
Am Sonntag gegen Stuttgart durfte Michael Ballack wieder mitmischen.
Am Sonntag gegen Stuttgart durfte Michael Ballack wieder mitmischen.Foto: dpa

Leverkusen - Auch bei Michael Ballack kam endlich wieder Freude auf. 25 Minuten durfte er mitspielen und dabei das Gefühl entwickeln, dass mit ihm die Wende zum Guten eingetreten war. Erst nach der Einwechslung des 34 Jahre alten Nationalspielers kam Bayer Leverkusen durch zwei späte Tore von Stefan Reinartz und Stefan Kießling zu einem 4:2 (2:1) gegen den VfB Stuttgart. „Mit den Einwechslungen wurde das Mittelfeld stabiler“, sagte Trainer Jupp Heynckes, „dass wir aus einem stärkeren Kader noch einmal neue Qualität einwechseln können, hat uns letztes Jahr gefehlt.“ Vor Ballack hatte er beim Stand von 2:2 Stürmer Eren Derdiyok und Mittelfeldspieler Lars Bender gebracht.

„Wenn Michael so weitermacht, wird er irgendwann auch wieder von Beginn an spielen“, sagte Heynckes. Im Rennen um Platz zwei und die damit verbundene Direktqualifikation zur Champions League bleibt Leverkusen dem FC Bayern einen Schritt voraus. „Wir standen unter Druck, weil die Konkurrenten gewonnen hatten, aber das halten wir aus“, sagte Gonzalo Castro, der das Kopfballtor zum 2:1 beigesteuert hatte. Übertroffen wurde er noch von Kießling. Der Stürmer schoss die Führung mit links und setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt mit rechts.

Für Stuttgart aber verschärfte sich die Abstiegsnot noch weiter, weil auch nach elf Auswärtsspielen nur der eine Sieg gegen Schlusslicht Gladbach vor zwei Wochen in der Bilanz geführt wird. „Ich habe in der Kabine keinen sprechen gesehen, die Spieler waren sehr geknickt“, sagte Trainer Bruno Labbadia nach seiner missratenen Rückkehr nach Leverkusen. Vor 28 851 Zuschauern glichen die Schwaben durch Tore von Martin Harnik und Zdravko Kuzmanovic zweimal aus. Shinji Okazaki und Cacau mit einem Pfostenschuss vergaben noch gute Torchancen für den Tabellenvorletzten. „Jeder, der die Mannschaft beobachtet, erkennt, dass sie will“, sagte Labbadia, „wir müssen die Ruhe behalten und daran glauben, dass wir es schaffen.“

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