Sport : Michael macht blau

Christian Hönicke

versteht, warum Schumacher nicht in Baden-Baden war Wie er so dasaß in seinem knallroten Rennoverall, das hatte schon etwas von einem Boxenstopp. Anhalten, Daumen hoch, weiter. Michael Schumacher, das wurde am Sonntag deutlich, hält nicht viel von Preisverleihungen. Die Auszeichnung als „Sportler des Jahres“ nahm der Formel-1-Weltmeister bereits vor zwei Wochen während einer Rennveranstaltung in Paris entgegen und sandte seinen Sportlerkollegen nur eine knappe Videobotschaft ins beschauliche Baden-Baden.

„Er ist irgendwie fern von uns“, beklagte die Hockeyspielerin Marion Rodewald, und auch Birgit Fischer fand es „nicht gut, dass er sich von jeder Preisverleihung fern hält“. Fischer hat acht Goldmedaillen bei Olympia geholt, die bislang letzte im Alter von 42 Jahren. Diese Leistung kann man gar nicht hoch genug bewerten, deswegen ist sie auch verdient „Sportlerin des Jahres“ geworden.

Gleichwohl dürfte das Fernsehen Michael Schumacher allein in dieser Saison mehr Sendezeit gewidmet haben als Birgit Fischer in ihren 25 Karrierejahren zusammen genommen. Für die Kanutin war die Gala im Kurhaus von Baden-Baden wahrscheinlich der Höhepunkt ihres medialen Daseins, für Schumacher war sie eine seltene Gelegenheit, mal einen Tag ohne die Kai Ebels zu verbringen. Nur den Kampf Mann gegen Mann auf der Rennstrecke liebt Michael Schumacher noch mehr als seinen Weihnachtsurlaub mit der Familie. Und genau hier liegt die Chance für Baden-Baden im nächsten Jahr. Gerüchten zufolge soll der Bürgermeister den Bau einer Kartbahn neben dem Kurhaus bereits genehmigt.

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