Sport : Michael Phelps holt sein erstes Gold

Frank Bachner

Athen - Einmal an diesem Abend geriet Michael Phelps aus dem Gleichgewicht. Er hielt sich gerade schwer atmend an einer Trennleine fest, als sich Erik Vendt, sein Teamkollege, fast auf ihn schmiss. Da musste sich Phelps noch fester an der Leine halten. Aber Vendt wollte nur gratulieren. Phelps hatte ihn gerade in Grund und Boden geschwommen, und dabei hatte Vendt, der US-Amerikaner, immerhin die Silbermedaille über 400 m Lagen gewonnen, in 4:11,81 Minuten. Aber was war das schon gegen seinen Landsmann Phelps, den Superstar. Der 19-Jährige hatte seinen eigenen Weltrekord verbessert und nach 4:08,26 Minuten angeschlagen.

Aber es war ohnehin nur eine Frage, mit wie viel Vorsprung Phelps gewinnen würde – zu sehr beherrscht er diese Strecke. Trotzdem sagte Phelps: „Die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen. Jetzt ist mir einiger Druck von den Schultern genommen worden.“ Dabei hatte er ihn sich selbst auferlegt mit der Ankündigung, sieben Goldmedaillen gewinnen und damit den Rekord von Mark Spitz aus dem Jahre 1972 einzustellen zu wollen. Es sind sogar acht Goldmedaillen möglich, seitdem Phelps auch für die 4x100-m-Freistilstaffel nominiert worden ist. Das schwierigste Rennen wartet heute auf Phelps: Über 200 m Freistil trifft er im einzigen direkten Duell auf Ian Thorpe.

Jener Ian Thorpe aus Australien gewann die 400 m Freistil, verfehlte allerdings seinen Weltrekord (3:40,08) in 3:43,10. Auch hier sorgte Grant Hackett (3:43,46) für einen Doppelsieg. „Wir haben schon viele große Rennen erlebt, aber dieses geht in die Geschichte ein“, sagte Thorpe. Mit dem Tempo der Schwimmer aus den USA und aus Australien konnten die Deutschen am ersten Olympiawettkampftag nicht mithalten. Jens Kruppa schwamm zwar im Vorlauf in 1:01,19 Minuten deutschen Rekord, im Halbfinale scheiterte er aber. Rene Kolonko schied als 11. ebenfalls aus.

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