Michael Schumacher : Der Virus treibt ihn an

Christian Hönicke ist gespannt, wie Schumacher sich schlagen wird

Christian Hönicke

Niki Lauda hat ihn einmal den „Rennbazillus“ genannt. Wer einmal infiziert sei, werde den Virus nicht wieder los. Michael Schumachers österreichischer Leidensgenosse hatte es schon bei der Rücktrittsverkündung des Deutschen geahnt: „Vielleicht juckt es ihn ja wieder und er fängt wieder an.“

Es hat ihn wieder gejuckt, mächtig sogar. Deswegen schlägt Schumacher alle Warnungen in den Wind und setzt seine eigene Legende aufs Spiel, deswegen wagt er nach dem gescheiterten Comeback-Versuch im Sommer einen weiteren Anlauf, obwohl er seinen kritischen Nacken nicht noch einmal dem Belastungstest im Wagen unterzogen hat.

Der fast 41-Jährige ist nicht der einzige prominente Sportler, der von einem solchen Virus befallen ist. Nicht umsonst gibt es in den meisten Sportarten Seniorenkonkurrenzen für Ehemalige, ein Sammelbecken der unheilbar Infizierten.

Schumacher hat bislang nie auf die Einladungen zu Ehemaligentreffen der Grand-Prix-Szene reagiert. Vermutlich ganz einfach, weil er sich nicht als Oldtimer fühlt – sondern wahlweise wie ein 25- oder wie ein 12-Jähriger. Ehrgeizig, wie er ist, fordert er für sein Comeback auch keine mildernden Umstände aufgrund seines Alters. Er glaubt fest daran, dass die Reflexe eines Mannes im fünften Lebensjahrzehnt mit Burschen in der Blüte ihrer körperlichen Leistungskraft konkurrieren können.

Ob ihn der Virus narrt? Wir werden es am 14. März sehen. Dann startet Michael Schumacher in seine 17. Formel-1-Saison.

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