Sport : Milde Strafe für Florian Busch Keine Sperre nach verweigertem Dopingtest

Katrin Schulze/Claus Vetter

Köln - Am Nachmittag kam die Entwarnung: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) teilte mit, dass Eisbären-Profi Florian Busch nicht gesperrt wird. Der Nationalspieler hatte am 6. März eine unangemeldete Dopingkontrolle verweigert, weil er mit seiner Freundin essen gehen wollte. Das vom DEB kurzfristig ins Leben gerufene fünfköpfige „Missed Test Policy Gremium“ verwarnte Busch und verurteilte ihn zu 5000 Euro Geldstrafe und 56 Stunden gemeinnütziger Arbeit als Trainer im Nachwuchsbereich. Zudem muss er die Verfahrens- und Kontrollkosten tragen und mit einer zusätzlichen Strafe durch seinen Klub rechnen.

„Florian Busch hat mit seinem Verhalten dem deutschen Eishockey geschadet“, sagte Eisbären-Manager Peter John Lee. „Wir akzeptieren die Entscheidung des DEB. Wir werden von Seiten des EHC Eisbären Maßnahmen ergreifen, damit Florian Busch den Ernst dieser Situation begreift.“ Laut der Nationalen Antidoping-Agentur (Nada) zählt ein verweigerter, so genannter „Missed Test“, wie ein positiver Test. Auf dieser Grundlage hätte der Eisbären-Profi für zwei Jahre gesperrt werden können. Allerdings hatte die Nada in diesem Fall nicht die Entscheidungsgewalt, sondern der nationale Verband. Der DEB wertete den Vorfall nicht als eine verweigerte Dopingkontrolle, sondern als „eine Dummheit des Spielers“. Die Nada sieht dies allerdings völlig anders. Deren Sprecherin Ulrike Spitz sagte dem Tagesspiegel: „Mit diesem Urteil können wir uns nicht zufrieden stellen. Im Fall des Spielers der Eisbären handelt es sich um eine verweigerte Kontrolle, die in anderen Fällen anders geahndet wird.“

Wenige Stunden nachdem er den Test verweigert hatte, gab Busch übrigens doch noch eine Probe ab. Sie fiel negativ aus. Nach Angaben des DEB belege die Analyse unzweifelhaft, dass in der Zwischenzeit keine dopingverschleiernden Mittel eingenommen wurden. Katrin Schulze/Claus Vetter

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