Sport : Miller hält sich zurück und siegt US-Amerikaner gewinnt die Abfahrt in Bormio

Bormio - Der US-amerikanische Ski-Star Bode Miller hat mit ungewohnter taktischer Finesse die berüchtigte Stelvio-Abfahrt in Bormio gemeistert und seinen ersten Weltcup-Sieg des Winters gefeiert. „Das war heute ein Sieg der Ausgeglichenheit zwischen Taktieren und Riskieren“, sagte der sonst für seinen bisweilen halsbrecherischen Fahrstil bekannte US-Star nach seinem insgesamt 26. Weltcup-Erfolg. Zweiter wurde mit einem Rückstand von 0,45 Sekunden der Österreicher Andreas Buder vor dem Kanadier Jan Hudec. Der Ebinger Stephan Keppler holte als 28. bereits zum dritten Mal in diesem Winter Weltcup-Punkte. Johannes Stehle aus Obermaiselstein belegte den 38. Platz.

Miller war bei seinem ersten Sieg seit der Trennung vom US-Verband besonders stolz auf seine Renneinteilung auf dem mit 3,27 Kilometern zweitlängsten Abfahrtskurs im Weltcup-Kalender. „Das ist wirklich ein Wunder“, sagte der 30-Jährige nach seiner eindrucksvollen Fahrt. „Wenn du es hier bist unten schaffen willst, musst du es in manchen Kurven locker angehen lassen. Wenn du zu viel riskierst, zahlt sich das nicht aus.“ Diese Erfahrung machte Michael Walchhofer, der als Spitzenreiter im Abfahrts-Weltcup und zweifacher Saisonsieger als Favorit ins Rennen gegangen war. Nach zwei Erfolgen im Vorjahr landete der Österreicher nach einem groben Fahrfehler nur auf Rang 19. Dennoch verteidigte der 32-Jährige mit nun 230 Punkten seine Führung in der Disziplinwertung. Zweiter ist der Schweizer Didier Cuche (204 Punkte), der als Vierter knapp am Podest vorbeifuhr, vor Miller (183).

Die beiden Fahrer des Deutschen Skiverbandes (DSV) konnten auf der eisigen Piste die Erwartungen nicht ganz erfüllen. Zählbares sprang nur für Keppler heraus. „Ich wollte eigentlich noch weiter nach vorne fahren, um meinen Startplatz für die Rennen in Wengen zu verbessern“, sagte der 24-Jährige. DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier erklärte aber nach der dritten Top-30-Platzierung des Winters: „Es war eine ziemlich schwere Abfahrt. Immer wenn er sich unter den ersten 30 bewegt, ist es gut.“ dpa

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