Sport : Millionen-Lauf

Für Maria Mutola geht es heute in Brüssel um viel Geld

Jörg Wenig

Brüssel. Erst vor zehn Tagen hat Maria Mutola 60 000 Dollar gewonnen. Das war die Prämie für die Goldmedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften von Paris. Heute geht es für die 800-m-Läuferin aus Mosambik um ein Vielfaches dieser Summe. Wenn die 30-Jährige auch beim letzten Golden-League-Meeting der Saison in Brüssel gewinnt, schafft sie ein Novum: Zum ersten Mal kann eine einzige Athletin den Jackpot der Golden League für sich alleine gewinnen. Es geht um eine Million Dollar.

Am Jackpot sind jene Athleten beteiligt, die während der Saison bei den sechs Golden-League-Meetings jeweils in ihrer Disziplin gewinnen. Das ist in diesem Jahr in Oslo, Paris, Rom, Berlin und Zürich lediglich Maria Mutola über 800 Meter gelungen. Seit Bestehen der Golden League 1998 haben immer mindestens zwei Athleten den Jackpot geknackt, einmal waren es sogar sechs. Und auch beim Vorgänger der Golden League, den nach demselben Prinzip funktionierenden Golden-Four-Meetings, gab es am Ende nie einen einzigen Sieger.

Einmal hat bisher ein Leichtathlet eine Prämie von einer Million Dollar kassiert: Haile Gebrselassie. Der Äthiopier gewann am 11. Dezember 2002 in Doha mit 27:02 Minuten einen 10-km-Straßenlauf in Weltrekordzeit. Gebrselassie musste freilich nur einmal laufen, Maria Mutola sechsmal. Allerdings bekommt sie zusätzlich zum Jackpot für jeden Sieg vom jeweiligen Meeting nochmals eine Prämie von 15 000 Dollar. Sollte sie den Jackpot heute knacken, muss sie das Geld allerdings erst noch „abholen“. Die Prämie setzt nämlich einen Start beim World Athletics Final am nächsten Wochenende in Monte Carlo voraus. Dort allerdings müsste Mutola nicht mehr gewinnen. Da es aber nochmals um 30 000 Dollar geht, wird Mutola wohl dennoch gewinnen wollen.

Die enorme Prämie kann aber auch zur Belastung werden. Verliert sie heute, sind eine Million Dollar verloren. 148-mal ist Mutola die 800 Meter bisher unter zwei Minuten gelaufen, in diesem Jahr hat sie alle ihre Rennen gewonnen. Schon 1988 startete sie als 15-Jährige bei den Olympischen Spielen von Seoul für Mosambik. Damals schied sie im Vorlauf aus, doch sie bekam ein Stipendium in Eugene (USA). Dort traf sie ihren Trainer Margot Jennings, der sie in die Weltspitze führte. Maria Mutola hat in ihrer Karriere alles gewonnen, von den Afrika-Meisterschaften bis zu den Olympischen Spielen. Nur ein Weltrekord fehlt ihr noch – und die Rekordprämie von einer Million Dollar.

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