Millionengage für Klitschko : Mike Tyson lässt grüßen

Eine russische Veranstaltungsagentur hat die Rechte für den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Mehrfach-Weltmeister Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin ersteigert – für 23 Millionen Dollar.

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Gagensammler. Ex-Boxweltmeister Mike Tyson 2001 nach einem Profikampf gegen den Dänen Brian Nielsen.
Gagensammler. Ex-Boxweltmeister Mike Tyson 2001 nach einem Profikampf gegen den Dänen Brian Nielsen.Foto: dpa

23 Millionen Dollar für einen Boxkampf – man fühlt sich in die Zeiten zurückversetzt, als Mike Tyson seine Gegner noch durch die Ringseile prügelte und gigantische Börsen zu erzielen waren. Das soll nun wiederkommen.

Der Reihe nach. Wladimir Klitschko, Schwergewichtsweltmeister der Verbände WBA, IBF und WBO muss seinen WBA-Titel gegen Alexander Powetkin verteidigen, der inzwischen offizieller WBA-Champion ist, nachdem die WBA Klitschko als sogenannten Super-Champion führt. Klitschko wird von der eigenen K-2-Promotion gemanagt und ist vertraglich mit dem TV-Sender RTL verbandelt. Powetkin boxt für Sauerland-Event und steht bei der ARD im Wort. Weil sich beide beteiligte Parteien nicht auf die Kampfmodalitäten einigen konnte, setzte die WBA, in solchen Fällen nicht unüblich, eine Kampfversteigerung („Purse Bid“) an.

Klitschkos Management bot in Panama-Stadt, dem Sitz der WBA, sieben Millionen Dollar. Sauerland bot sechs Millionen. Das Rennen machte Wlad Hrunow, der früher mal als persönlicher Manager Powetkins fungierte. Zusammen mit einem Investorenkreis ersteigerte er den Kampf für 23 Millionen Dollar. Stattfinden soll das Duell am 31. August in Moskau, Berlin oder Las Vegas.

Christian Meyer, Geschäftsführer von Sauerland-Event, findet das Angebot schon deswegen „höchst interessant“, weil es sich am Markt durch normale TV-Einnahmen, Eintrittspreise und herkömmliches Sponsoring kaum refinanzieren ließe. „Hier möchte offensichtlich jemand zeigen, dass er sich so etwas leisten kann“, sagt Meyer, „eine Liebhaberei.“

Zu den Regularien eines Purse Bid gehört auch, dass zehn Prozent der Summe bei persönlicher Gebotsabgabe hinterlegt werden muss. Sollte sich das Angebot als unseriös herausstellen oder sich anderweitig nicht aufrechterhalten lassen, wären diese zehn Prozent verloren. Deshalb nimmt Meyer das Angebot auch ernst.

Nach dem üblichen Verteilerschlüssel erhielte Klitschko 75 Prozent des Gebots als Börse (17,25 Millionen), auf Powetkin entfielen 25 Prozent (5,75).

In der Geschichte des Berufsboxen ist dieses Purse Bid nur einmal übertroffen worden. 1990 ersteigerte das Hotel Mirage in Las Vegas den Kampf zwischen James „Buster” Douglas und Evander Holyfield für 32 Millionen Dollar. Douglas hatte zuvor Mike Tyson geschlagen, als erster Boxer überhaupt.

Bevor es nun aber für die Nachfolger Tysons an die fetten Gagen geht, müssen beide Boxer ihre jeweils freiwilligen Titelverteidigungen erst noch gewinnen. Klitschko trifft am 4. Mai in Mannheim auf Francesco Pianeta, Powetkin boxt am 17. Mai gegen den Polen Andrzej Wawrzyk.

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