Sport : Mini ist in

Robert Ide

über den unerwarteten Erfolg des Confed-Cups Mini-Mini-Mini-Mini-WM. So hat Franz Beckenbauer den Konföderationen-Pokal vor dem Anpfiff genannt. Klar, der Cheforganisator der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 kennt sich aus mit großen Turnieren. Doch mit der Einordnung des kleinen Testlaufs 2005 hat sich Beckenbauer womöglich geirrt. Denn schon jetzt, drei Spiele vor dem Abpfiff, zeigt sich: Der Confed-Cup ist größer geworden.

Natürlich ist dieses sportlich belanglose Turnier, bei dem gerade ein Viertel der Spiele einer Weltmeisterschaft stattfinden, keine Generalprobe für den kommenden Sommer. Einzig in der neuen Arena in Frankfurt am Main, Schauplatz von Eröffnungsspiel und Finale, herrscht schon heute ein wenig WM-Atmosphäre; in den meisten anderen Stadien ist bei Spielen der Bundesliga mehr los. Überschwänglich ist die Stimmung nicht, aber wohltuend locker. Die Helfer in den Austragungsstädten zeigen freundlich fremde Wege, die Sicherheitskontrollen rund um die Spielstätten funktionieren, ohne zu nerven. Und so ging selbst bei unbedeutenden Vorrundenspielen wie zwischen Australien und Argentinien die La Ola durch das kleine Nürnberger Frankenstadion. Verhältnismäßig viele Fans werden im Fernsehen auch das heutige Halbfinale zwischen Mexiko und Argentinien verfolgen.

Das Interesse vor der WM ist groß, vor allem wegen Jürgen Klinsmanns Ankündigung, im eigenen Land den Titel zu holen. Dem Confed-Cup hat der Status eines Vorbereitungsturniers auf das eigentliche Ereignis nicht geschadet. Das liegt auch an dem Umstand, dass es bislang kaum Pannen gab. Ein paar Flitzer mögen den Weltverband Fifa ärgern, der in seiner Regulierungs- und Kontrollwut manche EU-Behörde zu übertrumpfen gedenkt. Den Gesamteindruck eines lässigen Sommerturniers stören sie nicht. Auch wenn in einem Jahr alles vier Mal größer sein wird – mindestens.

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