Sport : Minimale Motivation

Hans Meyer hat mal wieder Recht gehabt. Der Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach hat sich vor kurzem als Erfinder des Meyerschen Wahrscheinlichkeitstheorems zu erkennen gegeben. Es besagt: Je länger eine Serie währt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu Ende geht. Im Guten wie im Schlechten. Das hat sich gestern Nachmittag bestätigt. Der VfL Wolfsburg schaffte mit dem 2:0 (0:0) auf dem Mönchengladbacher Bökelberg durch zwei Tore des Argentiniers Diego Klimowicz den ersten Auswärtssieg des Jahres 2002. Die heimische Borussia wiederum musste nach fünf Heimsiegen in Serie die erste Niederlage hinnehmen.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Für den Aufsteiger ist dies jedoch nicht mehr besonders tragisch. Seit vorigem Sonntag steht fest, dass die Gladbacher mindestens ein weiteres Jahr in der Bundesliga bleiben, und nach oben ist auch nicht mehr viel drin. Trainer Meyer ahnte daher gleich, was seiner Mannschaft nach der 0:2-Niederlage nun unterstellt werden würde: allgemeine Lustlosigkeit. "Uns fehlte der allerletzte Siegeswille", sagte der Gladbacher Trainer. "Wir haben aber keine Motivationsprobleme." Auf jeden Fall gilt das für Bernd Meier, den Ersatztorhüter der Gladbacher, der gestern sein erstes Bundesligaspiel seit dem 11. April 1998 bestreiten durfte. Damals stand er noch beim TSV 1860 München unter Vertrag.

Und auch die Wolfsburger haben keine Motivationsprobleme. "Wir wollten hier unbedingt gewinnen, um die Minimalchance auf den UI-Cup zu wahren", sagte VfL-Trainer Wolfgang Wolf. Die Chance, mehr zu erreichen, haben die Wolfsburger in diesem Jahr verspielt. Die Strafe werden sie unter Umständen im Sommer bekommen, wenn sie durch die osteuropäische Provinz reisen müssen. Denn wenn der Uefa-Cup laut Franz Beckenbauer der Verlierercup ist, dann ist der UI-Cup der Wettbewerb für die Oberluschen. Es gibt nicht viele Mannschaften, die sich dafür noch besonders ins Zeug legen würden.

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