Sport : Minister Schäuble fordert Reformen nach enttäuschender Olympiabilanz

Hamburg - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die Leistung des deutschen Olympia-Teams kritisiert und Reformen für die Spiele 2012 in London gefordert. Das Abschneiden der deutschen Mannschaft, die mit 16 Goldmedaillen Platz fünf in der Medaillenwertung belegt hat, sei für viele Sportler und Experten eine Enttäuschung gewesen, erklärte der auch für den Sport zuständige CDU-Politiker am Dienstag der „Zeit online“. „Das ist richtig, und dass wir in der Medaillenstatistik einen Platz besser sind als vor vier Jahren in Athen, verpackt das Problem nur“, betonte Schäuble und versprach eine genaue Analyse durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

In der Leichtathletik und im Schwimmen hätten reihenweise deutsche Athleten nicht einmal annähernd ihre Saisonbestleistung erreicht. „Das kann bei einzelnen Athleten mal vorkommen, aber wenn es in ganzen Disziplinen passiert, sagen Experten, auf die ich höre, dass da was im Training nicht stimmen kann. Es gibt eine Menge, was wir verbessern können“, stellte Schäuble fest.

Ein Schwerpunkt sei die Trainer-Problematik. „Auch das Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig muss mehr genutzt werden“, sagte Schäuble, der sich eine Optimierung des Sport-Fördersystems wünscht. „Selbstverständlich dränge ich darauf, dass die Steuergelder effizient eingesetzt werden“, so der Innenminister weiter und nahm gleichzeitig die deutsche Wirtschaft in die Pflicht. „Die Wirtschaft sollte begreifen, dass für die Motivation und Leistungsbereitschaft unseres Landes Erfolge im Sport ungeheuer wichtig sind.“ Schäuble zeigte sich zudem beunruhigt über die Führungskrise in der Stiftung Deutsche Sporthilfe, deren Chefin Ann Kathrin Linsenhoff nach nur knapp neun Monaten im Amt zurückgetreten ist. „Diese Auseinandersetzungen erfüllen auch mich mit großer Sorge.“ dpa

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