Sport : Minusrechner

Jörg Wenig

Der Aufsichtsrat der finanziell unter Druck stehenden Istaf GmbH hat ein Budget für das Leichtathletik-Meeting am 6. September des Jahres beschlossen. Dadurch erhält der Meeting-Direktor Stéphane Franke eine gewisse Planungssicherheit bei der Vorbereitung für das Golden-League-Finale im Berliner Olympiastadion. Franke möchte die internationalen Stars für das Istaf verpflichten.

Über die Höhe des Budgets machte Geschäftsführer Jürgen Demmel keine genauen Angaben. "Es wird etwas kleiner ausfallen als im vergangenen Jahr. Wir glauben aber, dass wir mit ein paar Prozentpunkten weniger kein Problem haben werden", sagte Demmel gestern. Im Vergleich zum Jahr 2000 war der Istaf-Etat zuletzt bereits von über zwei Millionen Euro auf zumindest 1,7 Millionen Euro geschrumpft. Obwohl sich dies in der Qualität der Starterfelder in einigen Disziplinen bemerkbar machte, gab es insgesamt dennoch ein erfolgreiches Istaf. Das Minus des vergangenen Jahres, das hauptsächlich mit der Pleite des Vermarkters ISL zusammenhängt, ist aber nach Informationen des Tagesspiegel noch deutlich höher als bisher angenommen. War zuletzt die Rede von 130 000 Euro, so muss man offenbar eher von der doppelten Summe ausgehen. "Ich gebe keine Zahlen bekannt", sagte Jürgen Demmel, der jedoch meinte: "Es kann schon sein, dass das Minus größer wird."

Nach wie vor ungelöst ist auch der Fall Michael John. Die Akte der umstrittenen und offenbar rechtswidrigen Entlassung des früheren Geschäftsführers liegt derzeit noch beim Berliner Landgericht. Ein Urteil wird im Laufe dieses Monats erwartet. Um eine Abfindung wird die Istaf GmbH dabei kaum herumkommen - es sei denn, man stellt Michael John wieder ein. "Zum Fall John kann ich nichts sagen. Ich warte das Urteil ab und werde dann entscheiden, wie wir verfahren", sagte Jürgen Demmel.

Im Bereich der Athletenverpflichtungen sieht Jürgen Demmel ein gewisses Sparpotenzial. "Da wir dieses Jahr mehr Vorlaufzeit haben, stehen wir nicht so unter Druck und müssen uns nicht jeden Preis bieten lassen", sagt der Geschäftsführer. "Auch die Stars haben meiner Meinung nach gemerkt, dass sie nicht immer mehr Geld verlangen können." Es ist angesichts der internationalen Konkurrenzsituation jedoch ein schmaler Grat, auf dem sich die Istaf-Veranstalter bewegen.

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