Sport : Mir all sin Kölle

Benedikt Voigt

Für die Kölner hat das Warten heute ein Ende: Endlich darf wieder geschunkelt werden. Um elf Uhr und elf Minuten startet heute auf dem Heumarkt in Köln der Karneval in die Session 2006/2007. Diese steht unter dem Motto: „Mir all sin Kölle“. Ob auch er Kölle sein will, wird Christoph Daum auf einer Pressekonferenz in der Uniklinik Köln nur rund eine Stunde vorher bekannt geben.

Christoph Daum hat ein Angebot des 1. FC Köln vorliegen. Das alleine ist schon bemerkenswert, denn seit der Kokainaffäre im Oktober 2000, durch die er auch das Amt des Bundestrainers verlor, hat sich kein deutscher Fußballverein offiziell an ihn herangewagt. Seitdem polarisiert Christoph Daum die Fußballfans in Deutschland. Die einen sind der Meinung, er dürfe wegen dieser Affäre nicht mehr im deutschen Profifußball arbeiten, andere billigen ihm zu, lange genug gestraft worden zu sein. Ein Job beim 1. FC Köln wäre ein Mittelweg zwischen diesen Meinungen. Mit der Zweiten Liga würde Christoph Daum noch nicht die ganz große Bühne in Deutschland betreten. Stiege er mit dem Eff-Zee auf, könnte er dann sozusagen auf einem natürlichen, weil sportlichen Weg in die Bundesliga zurückkehren.

Der Schunkelklub und der Skandaltrainer, irgendwie scheint das zusammenzugehören. Immer noch wohnt Daum in Köln, dort hat er seine Trainerkarriere begonnen, dort könnte nun seine zweite Trainerkarriere in Deutschland starten. Die Entscheidung darüber dürfte heute um 10 Uhr fallen. Danach feiert Köln Karneval. Kann das ein Zufall sein?

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