Sport : Miracle on Schweiz

Das Überraschungsteam schlägt auch die USA und erreicht das Eishockey-WM-Finale gegen Schweden.

Der zweite Streich. Der Schweizer Julian Walker knallt den Puck an US-Torwart John Gibson vorbei zum 2:0 ins Netz. Foto: Reuters Foto: REUTERS
Der zweite Streich. Der Schweizer Julian Walker knallt den Puck an US-Torwart John Gibson vorbei zum 2:0 ins Netz. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Stockholm - Die Schweiz ist nur noch einen Sieg von einer der größten Sensationen in der Eishockey-Geschichte entfernt. Dank eines 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)-Sieges über die USA erreichten die Schweizer am Samstag das Finale der Weltmeisterschaft und spielen nun gegen Gastgeber Schweden um Gold. Das Überraschungsteam des früheren DEL-Coachs Sean Simpson, das seine unglaubliche Rekordserie auf neun Siege in allen bisherigen neun WM-Spielen ausbaute, greift heute (20.30 Uhr/Sport1) in Stockholm nach seinem ersten WM-Titel.

Das Schweizer Happy End können nun nur noch die Schweden verhindern, die Finnland im Halbfinale ebenfalls 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) besiegt hatten.

Nino Niederreiter (31. Minute), Julian Walker (51.) und Reto Suri (60.) schossen den verdienten Erfolg über die USA heraus und führten die Schweizer zum zweiten Mal in der WM-Geschichte ins Finale. Zugleich haben die Schweizer ihre erste Medaille nach 60 Jahren sicher – 1953 holt das Team Bronze.

Von den US-Amerikanern, die im Viertelfinale noch Titelverteidiger und Rekordchampion Russland mit 8:3 demontiert hatten, ließ sich die Mannschaft von Simpson nicht einschüchtern. Wie schon bei ihren zum Teil furiosen acht Erfolgen zuvor waren die Schweizer das dominante Team, zeigten gegen die NHL-Stars aus den USA starke Spielzüge und hätten bei einer besseren Chancenverwertung schon früher komfortabel führen können. Doch erst Niederreiter brach nach einem Puckverlust der Amerikaner den Bann. Walker sorgte für die Vorentscheidung, ehe Suri spät ins leere Tor zum Endstand traf.

Bei den Schweden stach ein NHL-Trio heraus: Doppeltorschütze Loui Eriksson (11./37.) sowie die Zwillingsbrüder Daniel und Henrik Sedin. Letzterem gelang wie dem Schweizer Walker kurz vor Schluss ein Treffer ins leere Tor (60.). Die Skandinavier wussten, bei wem sie sich für den Einzug ins erhoffte Heim-Finale zu bedanken hatten. „Die Sedins machen den Unterschied“, unterstrich Trainer Pär Mårts. „So wie die spielen, geben sie unserem Team sein Selbstvertrauen.“ Die beiden Stürmerstars von den Vancouver Canucks sammelten gegen Finnland fünf Scorerpunkte – ihre Anreise nach dem Aus in den NHL-Play-offs hat sich jetzt schon bezahlt gemacht.

Die Schweden nahmen mit dem Sieg Revanche für die bittere 1:6-Niederlage im WM-Endspiel 2011 gegen Finnland. Die Finnen haben nun am Sonntag (16.00 Uhr/Sport1) wenigstens noch die Chance, mit einer Medaille ihre Ehre nach der Pleite vom Vorjahr zu retten. 2012 hatten die Finnen in Helsinki eine Medaille verpasst. dpa

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