Missbrauchs- und Beleidigungsvorwürfe : Vulgäres gegen Südbadens Verband?

Die Auseinandersetzung zwischen Fußball-Schiedsrichter Michael Kempter und dem früheren Schiedsrichtersprecher des Deutschen Fußball- Bunds (DFB), Manfred Amerell, geht unvermindert weiter. Amerell erhebt neue Vorwürfe gegen Kempter.

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BerlinBerlin - Die Auseinandersetzung zwischen Fußball-Schiedsrichter Michael Kempter und dem früheren Schiedsrichtersprecher des Deutschen Fußball- Bunds (DFB), Manfred Amerell, geht unvermindert weiter. Amerells Anwalt Jürgen Langer hat gestern Kempter bei dessen Regionalverband, dem Südbadischen Fußball-Verband, wegen sportwidrigen Verhaltens angezeigt. Dem zuständigen Gremium leitete er Unterlagen zu, die Kempter belasten sollen. Zum Inhalt der Dokumente verweigerte Langer mit Hinweis auf „das schwebende Verfahren“ jeden Kommentar. Nach Informationen des Tagesspiegels soll es sich um Mails handeln, in denen sich Kempter vulgär über den Südbadischen Fußballverband auslässt. Außerdem soll sich Kempter generell beleidigend gegenüber Schiedsrichterkollegen geäußert haben. Kempter war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 27-Jährige beschuldigt Amerell der sexuellen Belästigung und Nötigung. Der inzwischen zurückgetretene Amerell weist das zurück.

Kempter muss sich jetzt gegenüber dem Kontrollausschuss des DFB erklären. Dies teilte der DFB mit. Hintergrund sind Vorwürfe, nach denen Kempter im Juni 2008 als Lehrwart, der eine Leistungsprüfung abgenommen habe, zwei Schiedsrichter nicht hatte durchfallen lassen, obwohl diese die Prüfungen nicht bestanden hätten. Langer hatte deshalb Kempter auch beim DFB-Kontrollausschuss wegen sportwidrigen Verhaltens angezeigt. Die Vorwürfe würden sich demnach aus internen Mitteilungen zwischen Amerell und Kempter ergeben. Kempter hatte bereits heftig dementiert, jemals manipuliert zu haben. Gegenüber der Deutschen Presseagentur teilte er mit: „Ich weiß gar nicht, um welche Prüfung es sich handelt. Ich habe noch nie eine Prüfung abgenommen.“ Sollten die Vorwürfe zutreffend sein, stellt sich die Frage, weshalb Amerell nicht reagiert hatte und eingeschritten ist, als er davon erfahren hatte.

Im Fall der Schiedsrichter, die ebenfalls angegeben hatten, von Amerell belästigt worden zu sein, ermittelt die Staatsanwaltschaft Augsburg. Amerell bestreitet weiterhin die Vorwürfe. Frank Bachner

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