Sport : Missmutig durch den Schnee

René Sommerfeldt wollte WM-Gold über 50 Kilometer – doch der Favorit läuft nur auf Rang 23

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Val di Fiemme (Tsp). Aus der Traum. Langläufer René Sommerfeldt hatte sich so sehr nach einer Einzelmedaille bei der Nordischen SkiWeltmeisterschaft gesehnt. Doch auch im letzten Rennen über 50 Kilometer scheiterte der 28-Jährige, kam nur als 23. ins Ziel. Weltmeister wurde überraschend der Tscheche Pavel Koukal.

Während der übermütig seine Goldmedaille feierte, stapfte Sommerfeldt missmutig durch den Schnee. „Ich hatte mir für die WM schon etwas vorgenommen. Und mein Rennen sollten die 50 Kilometer sein.“ Als Zweiter des Gesamtweltcups galt er als einer der großen Favoriten. „Aber es ging gar nichts. Jetzt werde ich erst mal zwei Wochen die Beine hochlegen“, sagte Sommerfeldt. Dabei hatte er bei Kilometer 15 noch geführt, lag nach 20 Kilometern nur knapp hinter den Führenden. „Ich habe es von Beginn an probiert wegzukommen. Es ist eigentlich nicht meine Art, aber ich wollte schnell anlaufen“, sagte er. „Das hat zwar auch geklappt, aber es war wohl etwas zu flott.“ Denn nach 25 Kilometern sei er eingebrochen. „Da habe ich gemerkt, dass es vorbei war“, sagte Sommerfeldt.

Bei der vergangenen WM in Lathi hatte er über die Marathon-Distanz noch Silber geholt. Doch damals war der Rennverlauf ein anderer. „Da kam ja in Form von Johann Mühlegg der D-Zug von hinten, und ich habe mich drangehängt. Heute aber kam niemand“, sagte er. Die Folge: „Ich musste das Tempo allein machen.“ Zwar wechselte er sich in der Führung mit Tobias Angerer und dem Norweger Frode Estil ab. Doch bei allen drei waren die Beine zu schwer, um die um am Ende plötzlich auf die Ränge zwei und drei stürmenden Schweden Anders Södergren und Jörgen Brink zu folgen. „Mir war schon nach wenigen Metern klar, dass es nicht mein Tag wird. Nach 10 Kilometern dachte ich sogar schon mal daran aufzugeben. Aber dann wollte ich dem René helfen. Bloß dem ging es heute nicht besser als mir“, berichtete Angerer, der 36. wurde.

Sommerfeldt schaut jetzt auf die ausstehenden Weltcup-Rennen in Lahti, Falun und Borlänge: „Dort will ich noch mal angreifen.“ Bundestrainer Jochen Behle glaubt zwar angesichts der guten Form des schwedischen Weltcup-Spitzenreiters Matthias Fredriksson (4.) nicht an den Gewinn des Gesamtweltcups. „Doch die Plätze zwei und drei wollen wir schon verteidigen“, sagte der Trainer. „Daran glaube ich fest.“

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