Sport : Mit der heimischen Stute Trainer Dzubas will in Hoppegarten siegen

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Berlin - Beinahe hätte es mit Royal Ascot geklappt. Frack und Zylinder hatte Roland Dzubasz bereits für den kommenden Mittwoch bestellt, aber letztlich siegte die Vernunft vor dem Reiz, erstmals im Mekka des Galoppsports mit einem Pferd zu starten. „Wenn ich dort hingefahren wäre, dann hätte zumindest die Chance auf ein gutes Abschneiden bestehen sollen“, sagt der Hoppegartener Trainer. Sein auserwähltes Pferd für den Trip nach England in die Grafschaft Berkshire aber, die vierjährige Stute Vanjura, war ihm letztlich doch nicht fit genug. „Sie hat im Training zweimal ein Eisen verloren, insgesamt hat es einfach nicht gepasst“, erzählt der 42-Jährige etwas enttäuscht. Für Dzubasz bleibt somit zunächst einmal ein besonderes Rennen auf der Heimatbahn am heutigen Sonntag, um seinen guten Ruf in der Welt des Turfs aufpolieren zu können. Beim Diana-Trial, einem Stuten-Rennen der Europa-Gruppe II, geht es für die elf Bewerberinnen nicht nur um 40 000 Euro für den Sieger und insgesamt 30 000 für die weiteren vier Plätze.

Das Rennen um 16.55 Uhr über 2000 Meter, das bereits in den vergangenen beiden Jahren in Hoppegarten ausgetragen und wegen der Klasse seiner Siegerinnen zum jeweils besten Stuten-Wettbewerb des Jahres gekürt wurde, ist auch wichtigste Selektion für den Preis der Diana am 7. August in Düsseldorf. Im Diana-Trial sattelt Dzubasz mit Kellemoi de Pepita das einzige Hoppegartener Pferd und möchte mit ihr versuchen, „den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen“. Denn es war jene Vanjura, die vor zwölf Monaten mit den letzten Galoppsprüngen die nur vier Konkurrentinnen überlaufen und die Fans zu riesigem Jubel hingerissen hatte.

Aber diesmal wird es für den erfolgreichsten Galopptrainer aus ostdeutschen Landen schwerer, weil Kellemoi de Pepita zuletzt im Kölner Schwarzgold-Rennen nur Achte geworden war. Die Saison ist generell sehr schwer für Dzubasz angelaufen. Auch am Freitag, beim Renntag der Märkischen S5-Region, konnte er zu seinen bisher sechs Siegen keinen weiteren hinzufügen. „Da mache ich mir aber keine so großen Sorgen, es gibt eben solche Übergangsjahre, wenn junge Pferde noch aufgebaut werden und die Älteren an Klasse verlieren“, sagt er über seinen Fulltimejob. „Man ist so in seine Aufgabe integriert, dass man aufpassen muss, nicht selber mit dem Wiehern anzufangen.“

Die Arbeit in Hoppegarten jedenfalls macht ihm nach wie vor Spaß, auch wenn er sich zwischenzeitlich mit Abwanderungsgedanken trug. 58 Pferde hat Roland Dzubasz in seinem Stall, wobei die fast schwarze Kellemoi de Pepita ein Pferd der jüngeren Generation für höhere Aufgaben ist. Der insgesamt positive Trend hat etwas mit dem Aufschwung zu tun, der generell mit dem Besitzerwechsel des Areals in die Hände von Gerhard Schöningh eingetreten ist. Bessere Rennen, höhere Dotierungen und gute Trainingsbedingungen hat auch Dzubasz ausgemacht, ohne dass er bereits mit dem Erreichten zufrieden ist. „Wir brauchen hier noch mehr Renntage, ganz klar“, sagt er. Auch reichen ihm die Investitionen, zum Beispiel in den Maschinenpark zur Instandhaltung des Trainingsgeläufes, nicht. Und schon gar nicht kann er verstehen, dass Rennbahneigner Gerhard Schöningh zwar Pferde in England und auch anderswo in Deutschland trainieren lässt, aber keine in Hoppegarten. „Dann wäre er doch viel mehr mit dem täglichen Betrieb hier verbunden“, sagt Dzubasz. Außerdem wäre das eine Aufwertung der Arbeit der wenigen Trainer vor Ort. Hartmut Moheit

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