Sport : Mit der Kraft der Banane

Dank der richtigen Ernährung gewinnt Schalke 2:0 gegen Stuttgart – VfB-Trainer Felix Magath pfeift drauf

Christoph Bertling

Gelsenkirchen. Als die Niederlage mit dem Schlusspfiff endgültig besiegelt war, fing Felix Magath herzlich an zu lachen. „Endlich hört dieses Geschwätz von der Champions League auf“, flötete der Stuttgarter Trainer gut gelaunt und tänzelte pfeifend in die Katakomben der Schalker Arena. Und dass, obwohl sein VfB Stuttgart beim 0:2 (0:2) chancenlos geblieben war. Was Magath wenig störte, freute dabei die Schalker Fans umso mehr. Hatten sie doch schon von einem bösen Fluch gesprochen, der es ihrem Team verbiete, in ihrem neuen Fußballtempel zu gewinnen.

Fünf Spiele hatte Neubarths Mannschaft nicht mehr auf Schalke gewonnen. So hatte selbst der ansonsten so sachliche Schalker Trainer seine Mannschaft „auf ein echtes Endspiel“ eingeschworen. „150 Prozent müsst ihr geben“, hatte er sie im Mannschaftsbus noch mal verbal bearbeitet. Die saßen wiederum mit dicken Beuteln voll Bananen auf ihren Sitzen, als wollten sie sich noch schnell Kraftreserven anfuttern. Der Trick schien zu helfen. Denn Schalke bestimmte die Partie von Beginn an vor fast ausverkaufter Kulisse. „Die haben uns zu Beginn an die Wand gespielt“, sagte Stuttgarts Torhüter Timo Hildebrand. „Und sie haben sofort den ersten Fehler ausgenutzt.“ Bereits in der 3. Minute hatte sich Victor Agali durch die porösen Abwehrreihen des VfB getankt und den Ball Emile Mpenza aufgelegt, der zum 1:0 einschob.

Damit war das Schalker Showlaufen gegen schwache Schwaben eröffnet. „Den einzigen Vorwurf, den ich der Mannschaft heute machen kann, ist, dass sie die vielen Chancen ausließ.“ Immer wieder rollten die Schalker gegen die überforderten Stuttgarter Abwehrreihe an und erspielten sich zahlreiche gute Chancen. Wie den Schuss von Niels Oude Kamphuis nach Flanke von Jörg Böhme, den Hildebrand mit den Fingerspitzen gerade noch um den Pfosten lenkte. Oder Mpenzas Kopfball, der nicht über die Linie gehen wollte . Geradezu aufmüpfig erschien da die einzige Möglichkeit der Gäste. Plötzlich war VfB-Stürmer Ioannis Amanatidis allein vor Frank Rost aufgetaucht, schob den Ball aber an Torhüter und Gehäuse vorbei. Es sollte die letzte Chancen für Stuttgart bleiben, das Spiel womöglich noch zu drehen. Bereits in der ersten Halbzeit entschied Tomasz Hajto durch einen Freistoß aus 20 Metern das Spiel mit dem 2:0. „Wir waren wohl schon im Spiel gegen Celtic Glasgow“, verwies Hildebrand später auf das bevorstehende Uefa-Cup-Spiel am kommenden Donnerstag.

Nach der Pause änderte sich nichts: Schalke stürmte und vergab Chancen. Stuttgart murkste in der Abwehr und fand nicht ins Spiel. Wieder war es Mpenza, der nach Flanke Agali, freistehend per Kopf vergab. Aber auch Krassimir Balakov machte es auf gegnerischer Seite nicht besser, als er per Freistoß zwar Rost düpierte, doch das Gehäuse verpasste. „Das waren nicht nur wichtige drei Punkte, sondern wir haben auch den Heimkomplex besiegt“, sagte Torschütze Hajto.

Nur Schalkes Manager Rudi Assauer verlor diesmal kein Wort zum Spiel. Er berichtete vielmehr nach dem Spiel über einen tragischen Trainingsunfall, der sich diese Woche zutrug. Schalkes Spieler Kristijan Djordjevic verletzte sich bei einem Zweikampf an der Halswirbelsäule und muss sich einer Operation unterziehen. „Das könnte das Ende seiner Karriere sein“, sagte Assauer.

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