Sport : Mit der Kraft des Herzen

Eisbären holen Rückstand auf und feiern 6:3-Erfolg.

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Berlin - Irgendwann war es ja auch mal gut. Genauer gesagt nach knapp 20 Spielminuten gegen den ERC Ingolstadt. Alles lief bis zu diesem Zeitpunkt auf eine weitere Demütigung des in dieser Saison abgestürzten Eishockeymeisters aus Berlin hinaus. 0:2 lagen die Eisbären zurück, waren in der Livetabelle der Deutschen Eishockey-Liga wieder auf den letzten Platz abgerutscht. Doch dann gab es eine kollektive Trotzreaktion der Mannschaft und von den 11 200 unermüdlich anfeuernden Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof und so wurde am Freitagabend aus einem von Ingolstadt dominierten Spiel ein offenes Spiel, in das sich die Berliner hereinkämpften. Mit wenig Spielkultur aber mit Herz und Kraft. Die Eisbären siegten 6:3 (1:2, 2:0, 3:1).

Vielleicht war Julian Talbots ausführlicher Jubel eine Initialzündung, wuchs bei manchen Berliner Profi wieder das Selbstbewusstsein. Denn nachdem der Kanadier zu Beginn des zweiten Drittels das 2:2 erzielt hatte, wirkten die Eisbären wie neu belebt. Zuvor hatten die gut sortierten Oberbayern taktisch wenig verkehrt gemacht und bereits wie der Sieger ausgesehen. Das 1:2 von Travis Mulock, kurz vor der ersten Sirene, fiel eher in die Kategorie Ingolstädter Betriebsunfall.

Das zweite Drittel wurde das beste der Eisbären in dieser Saison – am 14. Spieltag. Nach Talbot traf endlich auch einmal wieder Florian Busch. Die 3:2-Führung war im letzten Drittel zwar schnell verspielt – Derek Dinger traf zum 3:3. Doch die Berliner ließen sich nicht beirren. André Rankel gelang im Powerplay das Tor zum 4:3, Mulock erzielte zwei weitere Treffer zum 6:3-Endstand. „Wir haben grausam angefangen“, sagte Mulock später: „Vor dem zweiten Drittel haben wir dann zueinander gesagt, dass es so nicht weitergehen kann.“

Mit dem guten letzten Drittel rundeten die Eisbären ihre kämpferisch starke Leistung gegen die als Tabellenvierter angetretenen Oberbayern ab. Auf dem Sieg kann das bisher schwächste Heimteam der Liga bereits am Sonntag aufbauen. Dann kommen die Krefeld Pinguine nach Berlin (14.30 Uhr). Claus Vetter

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