Sport : Mit der Waffe in der Hand

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Auf allen vier Einzelstrecken wurden bei der Weltcupwoche in Oberhof Sieger aus Deutschland gefeiert. Besser geht es nicht, und bald ist die Weltmeisterschaft. Thomas Pfüller, der Sportdirektor des Deutschen Ski-Verbandes, denkt aber schon weiter. Nach dieser Saison hört Magdalena Neuner auf, die oft als Erste ins Ziel kommt, weil sie so viel besser laufen als schießen kann. Pfüller legt talentierten Ski-Langläufern nun nahe, auch mit dem Gewehr zu üben. Denn Biathlon ist die weitaus attraktivere Fernsehsportart und finanziert die Langläufer mit.

Man kann immer, bis zum nächsten Schießen wenigstens, weitergucken, und rätselt, ob die Atmung der Schützin oder des Schützen auch schnell genug ruhig wird. Den Erfolg oder Misserfolg sieht der Zuschauer gleich bequem an der Zielscheibe. Wie viel schwerer ist es doch, die langsam nachlassenden Kräfte oder die Schwierigkeiten mit dem Stil bei einer Langläuferin oder einem Langläufer zu erkennen, obwohl auch sie in der traditionsreichen Sportart nicht mehr ewig ohne Kameras durch den Wald laufen und so eine ganz eigene Spannung, die des ahnungslosen Wartens, erzeugen.

Am Sonntag ging übrigens der Saisonhöhepunkt der Langläufer zu Ende, die Tour de Ski. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit hat ihnen der Wettbewerb gebracht, aber nicht viel. Es bleibt, da hat Pfüller leider Recht, wohl nur der Griff zur Waffe.

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