Sport : Mit deutscher Leichtigkeit

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Stefan Hermanns über die Rettung

des Konföderationencups

Die Kommerzialisierung des Fußballs hat viele schlimme Folgen, eine von ihnen ist, dass zuletzt einige entbehrliche Veranstaltungen erfunden worden sind, die allein dem Zweck der Geldvermehrung dienen. Der Ligapokal in Deutschland zum Beispiel, die Vereinsweltmeisterschaft oder der Konföderationencup des Weltverbandes Fifa. Dessen Chef Sepp Blatter ist der größte Freund der Veranstaltung, aber selbst das würde das Turnier nicht vor dem Aus bewahren, gäbe es nicht noch ein paar lukrative Verträge zu erfüllen.

Man hat ja einiges versucht, um die Existenz des Konföderationencups zu rechtfertigen. Im kommenden Jahr in Deutschland etwa soll er eine Art Generalprobe für die zwölf Monate später stattfindende Weltmeisterschaft werden. Trotzdem: Das Turnier ist und bleibt überflüssig, niemand will es, weil es mitten in die wichtige Sommerpause fällt, und wer es schafft, sich vor der Teilnahme zu drücken, kann sich glücklich schätzen.

Nur einmal ist den Deutschen das nicht gelungen. Teamchef Erich Ribbeck musste 1999 mit einer B-Elf antreten, um Deutschlands Bewerbung für die WM 2006 zu unterstützen. Seine Mannschaft blamierte sich gewissermaßen in höherem Interesse. Als Gastgeber werden die Deutschen im nächsten Jahr zum zweiten Mal teilnehmen müssen, und ganz plötzlich finden sich hierzulande sogar ein paar Freunde des Wettbewerbs. „Das Turnier hatte bisher keine Ausstrahlung“, hat Horst R. Schmidt vom WM-Organisationskomitee gesagt. „Wir wollen es besser machen.“ Am deutschen Wesen soll der Konföderationencup genesen. Wenigstens einmal. Danach können die Deutschen wieder absagen.

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