Sport : Mit ein bisschen Hilfe aus Paris

Karin Sturm

Mit deutlich mehr Interesse als gewöhnlich wird Michael Schumacher in den vergangenen Tagen die Ereignisse in Paris verfolgt haben. Dort nämlich sitzt die oberste Rechtsinstanz des Automobil-Weltverbands Fia. Vor dem Großen Preis der Türkei verbot der Weltrat der Fia nun endgültig die sogenannten Schwingungsdämpfer der Renaults. Damit erlitt Schumachers Hauptrivale im Formel-1-Titelkampf, Fernando Alonso, einen empfindlichen Rückschlag.

Obwohl das Urteil die Fia-eigenen Rennkommissare brüskiert, die das System als legal eingestuft hatten, kommt es keineswegs unerwartet. Dem Verband wird eine große Nähe zu Schumachers Rennstall Ferrari nachgesagt, und Renaults Teamchef Flavio Briatore wirft der Fia sogar öffentlich vor, die Weltmeisterschaft zu verzerren. Die Fia streitet eine solche Theorie natürlich vehement ab und versucht sogar, mit einer Veröffentlichung der Biografien der Mitglieder des Weltrats den Beweis absoluter Neutralität zu erbringen.

Dem gegenüber steht allerdings die Chronik recht einseitiger Entscheidungen in der Vergangenheit. Es ist nicht das erste Mal, dass ein direkter Titelrivale von Ferrari eingebremst wird. 1997 wurde ein Flügel des Rennstalls Williams verboten, ein Jahr später das zuvor genehmigte Bremssystem bei McLaren, im Jahre 2000 der Motor und das ebenfalls vorher genehmigte Getriebe der Silberpfeile, 2003 wurde urplötzlich die Breite der Michelin-Reifen als illegal angesehen. Die Italiener dagegen können auch bei offensichtlich regelwidrigen Konstruktionen wie den flexiblen Flügeln in diesem Jahr auf Nachsicht hoffen. Das alles legt den Verdacht nahe, dass der Weg zum Formel- 1-Titel nicht nur über Istanbul, Monza und Suzuka führt. Sondern auch über Paris.

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